Wirtschaft

Es klingelt im Smartphone-Himmel: Samsung mit Rekordgewinn

Das rasante Absatz von Galaxy-Smartphones beschert dem Elektronikkonzern Samsung unterm Strich 50 Prozent mehr Gewinn als im Jahr zuvor. Marktforscher schätzen, dass die Südkoreaner inzwischen doppelt so viele Computer-Handys verkaufen wie Hauptrivale Apple.

(Foto: picture alliance / dpa)

Der südkoreanische Technologiekonzern Samsung Electronics hat mit einem Gewinnsprung von 48 Prozent im zweiten Quartal ein weiteres Rekordergebnis eingefahren. Vor allem die neuen, hochpreisigen Smartphones des Konzerns haben Samsungs Geschäft nach vorne katapultiert. Die Telekomsparte steuerte fast zwei Drittel zum gesamten operativen Quartalsgewinn des Unternehmens bei.

Kleiner Wermutstropfen: Die operativen Gewinnspannen im Telekombereich sanken im Vergleich zum Vorquartal, weil Samsung in seiner Telekom-Netzausrüstungssparte Geld verlor und sich das neueste Smartphone Galaxy SIII langsamer verkaufte als erwartet. Analysten hatten die Probleme allerdings schon im vergangenen Monat erkannt und ihre Erwartungen entsprechend angepasst.

Starke Zahlen

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Der weltgrößte Technologiekonzern - gemessen am Umsatz - legte dennoch extrem starke Zahlen vor: Samsungs Nettogewinn lag zwischen April und Juni bei 5,19 Bill. Won (rund 3,7 Mrd. Euro) und damit weit über den 3,51 Bill. Won, die Samsung im entsprechenden Vorjahreszeitraum eingenommen hatte. Der Nettogewinn überstieg auch den vorherigen Rekord von 5,05 Bill. Won im ersten Quartal. Der Umsatz lag bei 47,6 Bill. Won und damit knapp ein Fünftel über dem Vorjahreserlös von 39,4 Bill. Won.

Das dritte Quartal soll sich laut Samsung "marginal positiv" entwickeln, wobei die größten Verbesserungen im Bereich der Bildschirmanzeigen zu erwarten seien.

Mit Bildschirmzubehör läuft es nach einer langen Durststrecke wieder besser. Die Sparte hatte im vergangenen Jahr nur Verluste eingefahren und erst im Anfangsquartal 2012 einen kleinen Gewinn gemacht. Im zweiten Quartal aber machte die Sparte nun eine operative Gewinnmarge von 9,1 Prozent - so hoch wie seit dem zweiten Quartal 2010 nicht mehr.

Mit Galaxy-Turbo an Apple vorbei

Fast das gesamte Wachstum im zweiten Quartal aber ist auf die Handysparte zurückzuführen. Samsung konnte seine Geräte zu durchschnittlich höheren Preisen verkaufen, weshalb der Ertrag in der Telekomsparte um 60 Prozent über dem des Vorjahres lag. Die operative Gewinnspanne in dem Bereich lag bei 17,4 Prozent. Das ist fast 14 Prozent über dem Vorjahreswert, aber 18,4 Prozent unterhalb dessen, was Samsung im ersten Quartal erzielt hatte.

Für das Handygeschäft veröffentlicht Samsung seit Anfang vergangenen Jahres keine Einzelheiten mehr. Entsprechend ist nicht bekannt, wie viele Geräte der Konzern genau verkauft hat. Marktforscher hatten vor einigen Monaten gesagt, dass Samsung wohl inzwischen Nokia als Spitzenverkäufer von Mobiltelefonen und Apple als Spitzenverkäufer von Smartphones überholt habe. Marktforscher schätzen, dass doppelt so viel Smartphones wie beim Hauptrivalen Apple abgesetzt wurden.

Die Experten der Firma Juniper Research schätzen den Absatz der Computer-Handys von Samsung auf  gut 52 Mo. Geräte. Apple hatte vor wenigen Tagen 26 Mio. verkaufte iPhones im abgelaufenen Quartal gemeldet. In seiner Stellungnahme zu den jüngsten Zahlen sagte Samsung lediglich, dass die Auslieferungen von Mobiltelefonen von Quartal zu Quartal und von Jahr zu Jahr zulegen".

Chipsparte und Unterhaltungselektronik

Im Chipbereich geht es nach dem Gewinneinbruch im ersten Quartal wieder aufwärts: Die Sparte meldete eine operativen Gewinnmarge von 12,9 Prozent, was zwar unter dem Vorjahresergebnis von 19,6 Prozent liegt, aber über den 9,5 Prozent im ersten Quartal des Jahres. Samsung ist der weltgrößte Hersteller von Speicherchips für Computer.

Und im Bereich Unterhaltungselektronik gab Samsung eine operative Gewinnspanne von 6,3 Prozent bekannt, die höchste seit dem dritten Quartal 2009. Zwar stagniere der Absatz von Fernsehern, aber die Gewinnmarge habe sich erhöht, weil mehr Premiumgeräte verkauft worden seien, berichtete der Konzern.

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Quelle: n-tv.de

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