Wirtschaft
Bernanke hat es in der Hand. Eine Entscheidung will aber gut durchdacht sein.
Bernanke hat es in der Hand. Eine Entscheidung will aber gut durchdacht sein.(Foto: picture alliance / dpa)

Geldflut der Zentralbanken: Sanfter Ausstieg oder jähes Ende?

Die Notenbanken müssen sich entscheiden: Festhalten an der ultralockeren Geldpolitik oder doch besser ein baldiges Ende? Die Vorreiterrolle in dieser Frage wird Fed-Chef Bernanke zugeschoben. Aber auch bei der EZB wird diese Frage heiß diskutiert. Muss sie auch, denn beide Alternativen haben direkte Folgen.

Ben Bernanke kann sich keinen Fehler erlauben. Wenn der Amerikaner danebenliegt, zittern die Kapitalmärkte - und hektisch werden Billionen Dollar, Euro und Yen rund um den Globus verschoben. Dementsprechend groß war der Druck auf den mächtigen Chef der US-Notenbank Federal Reserve (Fed), als er am 19. Juni um 14:30 Uhr Ortszeit in Washington vor die Presse trat. Es war Bernankes wichtigste Pressekonferenz seit Jahren, denn er war gekommen, um nicht weniger als eine Revolution zu verkünden.

Video

Gelingt ihm das riskante Manöver, rücken nach sechs Jahren Ausnahmezustand in der Finanzkrise normale Zeiten an den Finanzmärkten wieder näher. Macht Bernanke einen Fehler, droht eventuell ein gewaltiger Crash an den Börsen und die dauerhafte Abhängigkeit von der Medizin der Notenbanken - dem süßen Gift des billigen Geldes, das es wegen der Krise seit Jahren in den USA, Japan, ganz Europa und weit darüber hinaus in Massen gibt.

Klar war, dass Bernanke irgendwann handeln musste. Doch können die Notenbanken die Investoren vom Tropf nehmen? Schließlich ist das malade Finanzsystem seit dem Zusammenbruch der US-Investmentbank Lehman Brothers im Herbst 2008 abhängig von den gigantischen Hilfen. Die Diskussion um den Ausstieg aus der Politik des billigen Geldes tobt seit langem. Doch jetzt wird aus Gedankenspielen offenbar in absehbarer Zeit Realität. Bernanke hat vergangene Woche in ungewohnter Klarheit, wie man sie von einem Zentralbanker bislang nur höchst selten zu hören bekam, den Einstieg in den Ausstieg skizziert.

An einem historischen Mittwoch im Juni 2011

Bei seinem großen Auftritt wirkt Bernanke neben der riesigen US-Flagge noch zierlicher als sonst. Der kleine Mann mit dem markanten Bart und den schmalen Schultern doziert zunächst wie früher als Wirtschaftsprofessor an der Elite-Uni Princeton über Risiken und Nebenwirkungen des mittlerweile dritten Anleihe-Kaufprogramms der Fed, das als Krisenhilfe binnen eines Jahres ausgedient haben soll. Die ineinander verschränkten Hände des in den Krisenjahren sichtbar gealterten Mannes lösen sich erst beim Versuch, die Schwierigkeiten eines solchen Ausstiegs zu verdeutlichen: Es gelte, "eine sanfte Landung auf einem Flugzeugträger" hinzulegen, bemüht er eine Situation zum Vergleich, von der nicht nur Marine-Piloten wissen, dass sie zu den schwierigsten Flugmanövern überhaupt gehört.

Wie angespannt Bernanke an diesem historischen Mittwoch im Juni 2013 ist, zeigt sich, als Journalisten dem als amtsmüde geltenden Notenbankchef Fragen nach seiner persönlichen Zukunft und einer möglichen, aber wohl unwahrscheinlichen dritten Amtszeit an der Spitze der Fed stellen. Schmallippig bügelt er sie alle ab, will lieber über sein Thema reden - die Drosselung und später den Stopp der Anleihe-Käufe bei Leitzinsen, die auf absehbare Zeit noch bei nahe null Prozent liegen werden.

Neues Spiel - neues Glück

Doch während Bernanke redet und um jedes Wort ringt, um nicht ja einen jähen Absturz der Börsen zu riskieren, reagieren die Anleger in aller Welt. Hatten allein die Gedankenspiele über einen "Exit" im Vorfeld schon gereicht, um für zittrige Finger in den Handelssälen der Banken zu sorgen, zwingen Bernankes Worte Händler und Fondsmanager nun erst recht, ihre Investments zu überdenken und sich neu zu positionieren. "Dass eine geldpolitische Normalisierung nach einer so langen expansiven Phase nicht geräuschlos abläuft, ist selbstverständlich", sagt Deutsche-Bank -Chefvolkswirt David Folkerts-Landau.

Video

Die Wall Street reagiert deutlich auf den Kursschwenk. Am nächsten Tag folgen der Nikkei in Tokio und der Dax  in Frankfurt dem Dow Jones in die Tiefe. Für Fachleute wie Bernanke war das zu erwarten, ihm gelingt es jedoch, Panik zu vermeiden. Während die Aktien- und Anleihemärkte nachgeben und Rohstoff-Notierungen ebenfalls purzeln, verbucht der Dollar klare Gewinne. Aber war das nur ein Vorgeschmack?

Der Präsident des Verbandes deutscher Privatbanken, Jürgen Fitschen, betont, es sei in den USA viel über das Ende der Geldflut gesprochen worden - niemand wurde also überrascht. "Dadurch wird eine Schockwirkung vermieden." Der sich am Horizont nun abzeichnende Weg aus der Billiggeld-Ära sei gut vorbereitet worden von der Fed. "Auf diesem Weg gehen die Zinsen wieder nach oben."

Es gibt aber auch pessimistischere Stimmen. Ein solches Programm zur Stimulierung der lahmenden Konjunktur sei zuvor noch nie ausprobiert und dementsprechend auch noch nie gestoppt worden, argumentiert Fondsmanager Stephen Thornber vom Vermögensverwalter Threadneedle. Und Jürgen Stark, ehemals EZB-Chefvolkswirt, ergänzt lakonisch, der Aufschrei an den Märkten zeige doch nur, "wie abhängig das internationale Finanzsystem über die Jahre der Krise vom Geld der Zentralbanken geworden ist".

Steigende Zinsen könnten, auch wenn sie in Europa noch lange nicht absehbar sind, vor allem denjenigen Branchen Erleichterung verschaffen, die besonders unter den historisch niedrigen Zinsen leiden, allen voran den deutschen Lebensversicherern. Denn sie haben ihren Kunden in besseren Zeiten eine fixe Verzinsung zugesagt, die sie momentan mit Investments am Kapitalmarkt kaum einfahren können. Steigende Zinsen würden den Druck aus dem Kessel nehmen. Vermutlich würde auch weniger billiges Geld in den Immobilienmarkt fließen, der in Ballungszentren wie München, Stuttgart und Frankfurt heißläuft, inzwischen auch in Hamburg oder Berlin.

Europa kann sich noch keinen Ausstieg erlauben

Fest steht: Die Fed setzt mit ihrem Kurswechsel die Notenbanken in London, Frankfurt und Tokio unter Druck. Allerdings kann sie ihn sich auch am ehesten leisten. Zwar ist die Arbeitslosigkeit für amerikanische Verhältnisse noch immer hoch, die Wirtschaft läuft aber jenseits des Atlantiks - dank der vielen Milliarden Bernankes - im Vergleich mit dem rezessions- und schuldengeplagten Europa deutlich besser. Und in Japan kämpft die Zentralbank zusammen mit der neuen Regierung gegen ein viel größeres Problem, die hartnäckige Deflation. Zwar ist das Land zuletzt sehr stark gewachsen, die Preise fallen aber immer noch. Das ist gefährlich, weil sich Konsumenten dann zurückhalten und Unternehmen Investitionen scheuen.

Siegfried Jaschinski, Vorstand bei der MainFirst Bank in Frankfurt, sieht die Zeit in Europa noch nicht gekommen, um die geldpolitische Wende einzuleiten. Es bestehe weiterhin die Gefahr, dass die Eurozone angesichts der überbordenden Schulden der Südländer auseinanderbreche. "Die anhaltende Wachstumsschwäche im Euro-Raum verbietet eine Änderung der Zinspolitik der EZB." Vor allem Italien, Spanien und Griechenland geht es nicht gut, ihre Wirtschaftskraft schrumpft und die Arbeitslosigkeit hat teilweise Rekordniveaus von über 25 Prozent erreicht.

Und so kommen von der EZB auch keine Signale, es den Kollegen aus Washington rasch gleichtun zu wollen. Der Zeitpunkt für den Exit sei noch weit weg, sagt EZB-Präsident Mario Draghi. Die Geldpolitik werde auf absehbare Zeit konjunkturstimulierend bleiben. Weil die Fed nur schrittweise und langsam aussteige, könne die EZB sehr gut damit leben, betont Deutsche-Bank-Ökonom Folkerts-Landau. Es gebe trotz einer zu erwartenden Dollar-Aufwertung zum Euro nur eine geringe Inflation. "Damit ist auch der Druck auf die EZB gering, ihren derzeitigen Kurs zu ändern."

Von 0 auf 100: Japan

Japan kämpft zwar bereits seit etwa zwei Jahrzehnten mit einer chronischen Wachstumsschwäche, hat die Geldschleusen aber erst kürzlich nochmals deutlich weiter geöffnet. Dafür sind der neue Ministerpräsident Shinzo Abe und Notenbankchef Haruhiko Kuroda. Sie betreiben die momentan wohl aggressivste Geldpolitik. Während ihre Pendants in Amerika und Europa alles tun, um die Teuerungsrate im Zaum zu halten, muss die Bank von Japan überhaupt erst eine moderate Inflation von idealerweise zwei Prozent erzeugen. Dazu sollen das Pro-Kopf-Einkommen steigen und der Konsum befeuert werden.

Die Japaner haben quasi von null auf hundert beschleunigt - und das in sehr kurzer Zeit. Jetzt pumpt die Notenbank Billionen in den Geldkreislauf, die Regierung investiert Milliarden in die Infrastruktur und ausländische Unternehmen sollen mit Sonderwirtschaftszonen und Vergünstigungen angelockt werden. Diese Maßnahmen seien auf die Bedürfnisse des Landes zugeschnitten, sagt Torsten Gellert vom Brokerhaus FXCM. Natürlich dürfte der politische Druck von Seiten der USA auf die Bank of Japan zunehmen, ergänzt Cyrus de la Rubia, Chefvolkswirt bei der HSH Nordbank. Aber sie werde sich dagegen stemmen. "Sie hat ja gerade erst begonnen, ihre Bilanz aggressiv auszuweiten und solange sie ihr Ziel - die Bekämpfung der Deflation - nicht erreicht, dürfte sie den Fuß auch nicht vom Gaspedal nehmen."

Sparer verlieren jeden Tag Geld

Eine solch aggressive Geldpolitik kann die Wende bringen. Sie kann aber - und davor warnen viele Experten - auch ins Leere laufen und unerwünschte Nebenwirkungen haben. Niedrige Zinsen bringen zum Beispiel vielen Sparern reale Verluste, da die Einnahmen aus Sparprodukten von der Inflationsrate aufgefressen werden. Und dies ist gerade in Deutschland ein besonders großes Problem, weil viele Bürger wesentlich mehr Geld zurücklegen als beispielsweise die US-Amerikaner, die mehr konsumieren. Immerhin zehn Euro von 100 Euro Einkommen legen die Deutschen auf die hohe Kante. Der Bundesverband der Volks- und Raiffeisenbanken betont, seit Herbst 2011 seien die langfristigen Realzinsen erstmals in der Geschichte der Bundesrepublik negativ - wegen der lockeren Geldpolitik der EZB. Und trotzdem habe sich die Sparquote bislang nur leicht verringert.

Video

Auch weil es kaum Alternativen gibt. Zumindest nicht für Sparer, die das Risiko scheuen. Und so sind Immobilien seit Jahren en vogue, weil eben hier das Risiko überschaubar scheint. Mittlerweile fließt aber soviel Geld in Immobilien, dass manche Experten, darunter die Bundesbank, schon vor einer Überhitzung warnen. Zur Erinnerung: Die weltweite Finanzkrise begann 2007 mit einer geplatzten Immobilienblase in den USA, entwickelte sich zu einer Krise der Banken und später zu einer der Staaten, die viele Geldhäuser vor dem Kollaps bewahren mussten.

In Deutschland sei nicht mit einem ähnlichen Problem zu rechnen, weil am Immobilienmarkt vor allem mit langfristig vereinbarten und fixen Kreditzinsen agiert werde, sagt MainFirst-Vorstand Jaschinski. Marcus Cielebeck von der Immobiliengesellschaft Patrizia sieht es ähnlich: Die Preise stiegen zwar seit etwa fünf Jahren, aber nicht deutschlandweit. Und zuvor seien sie zehn Jahre konstant geblieben oder sogar leicht gefallen. Außerdem kletterten die Mieten, was wiederum höhere Kaufpreise rechtfertige. "Das Grundproblem ist die fehlende Bautätigkeit." Trotzdem könnten Anleger, deren Finanzierungen auf Kante genäht sind, bei höheren Zinsen Schwierigkeiten bekommen.

Ein Absturz sei eher in kleineren Immobilienmärkten wahrscheinlich, zum Beispiel in Skandinavien, ergänzt der Chefvolkswirt des Versicherungs- und Bausparkonzerns Wüstenrot & Württembergische (W&W), Torsten Gruber. Auch in den Krisenländern Spanien, Irland, Italien und Portugal sieht es problematischer aus. "Da werden Immobilien-Darlehen variabel verzinst. Wenn die EZB die Zinsen wieder anhebt, dann schlägt das direkt auf den Immobilieninvestor durch, der mehr Zinsen zahlen muss", erklärt Michael Voigtländer, Ökonom am Kölner Institut der deutschen Wirtschaft. Das könnte eine neue Welle von Überschuldungen und Zwangsvollstreckungen auslösen. "Die Immobilienmärkte dort sind ohnehin noch sehr angespannt und haben die letzte Krise noch nicht überwunden." Deutschland stehe besser da, weil Häuslebauer oft mehr Eigenkapital mitbrächten und eine höhere Tilgungsrate vereinbarten. 

Keine Alternativen zu Aktien

Profi-Investoren stecken Milliarden in den Immobilienmarkt. Aber auch Aktien blieben trotz der deutlichen Rückgänge seit dem Bernanke-Schwenk im Vergleich mit Anleihen attraktiv, sagt W&W-Ökonom Gruber. Trevor Greetham, der für die Fondsgesellschaft Fidelity die großen makroökonomischen Trends analysiert, betont, auf längere Sicht seien Aktien weit weniger anfällig für eine straffere Geldpolitik. "Der japanische Aktienmarkt dürfte im Zuge der aktuellen Verkaufswelle attraktiv werden."

Die Geldschwemme hat die Aktienmärkte dieses Jahr auf neue Rekordniveaus gehievt. So kletterte der Dow-Jones-Index für die US-Standardwerte bis auf 15.542 Punkte, der Dax markierte mit 8577 Zählern eine neue Bestmarke. Am stärksten ging es aber in Tokio nach oben: Der Nikkei-Index legte seit November 2012, als die Bank von Japan die massive Ausweitung ihrer Wertpapier-Käufe ankündigte, zeitweise knapp 80 Prozent zu. Seit den ersten Andeutungen Bernankes, dass die Geldpolitik in den USA künftig restriktiver sein könnte, geht es aber bergab - in Deutschland, den USA und am stärksten in Japan.

Trotzdem gibt es mit Anleihen, die sich meist entgegengesetzt zu Aktien entwickeln, weiterhin wenig zu holen. Der Internationale Währungsfonds (IWF) warnt daher davor, dass Pensionskassen - die eigentlich zu den vorsichtigsten Investoren gehören - auf dem bislang üblichen Weg mit festverzinslichen Wertpapieren wie Staatsanleihen keine ausreichende Rendite mehr erzielen. So könnten sie, lautet die Sorge des IWF, ihre riesigen Summen immer mehr in riskante Bereiche lenken - schlicht aus der Not heraus und auf der Suche nach Rendite.

Lebensversicherer werden zum Risiko

Staaten, die noch als "sicherer Hafen" gelten, können sich seit längerem praktisch zum Nulltarif finanzieren - ganz zur Freude der Finanzminister wie hierzulande Wolfgang Schäuble. Denn für zehnjährige Papiere des Bundes bekommen Investoren nur gut 1,5 Prozent, während die Inflationsrate bei zwei Prozent liegt.

Am härtesten trifft dies die deutschen Lebensversicherer. Sie sind der große Verlierer der anhaltend niedrigen Zinsen. Denn sie legen Beitragseinnahmen sehr langfristig an und haben ihren Kunden auf Jahrzehnte teils hohe Verzinsungen ihrer Policen versprochen. Sollten die Zinsen auf sicherere Staatsanleihen dauerhaft niedrig bleiben, könnten sie in ernste Schwierigkeiten kommen und ihre Versprechen nicht mehr einhalten. Schon jetzt schichten viele Anbieter um, versuchen mit Immobilien, Investments in erneuerbare Energien oder Private Equity auf einen besseren Schnitt zu kommen.

Wirklich hilfreich für die Branche wäre aber nur ein Ende der expansiven Geldpolitik. Alexander Erdland, Präsident des Verbandes der deutschen Versicherer, spricht dementsprechend von einem richtigen Signal der Fed. "Eine Abkehr von der Politik des billigen Geldes wäre auch in Europa dringend geboten." Denn niedrige Zinsen allein könnten die strukturellen Probleme nicht lösen: "Ohne Reformen zur Konsolidierung der Staatshaushalte und zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit wachstumsschwächerer Länder wird Europa nicht aus der Krise kommen. Die künstlich niedrigen Zinsen geben Fehlanreize." In Deutschland gehe dies vor allem zulasten der Sparer, die - politisch gewollt - mehr Geld für die Altersvorsorge zurücklegen müssten

Bei den Banken in Deutschland und Europa ist das Bild nicht ganz so eindeutig, sollte die EZB eines Tages den Fuß vom Gas nehmen und der Fed folgen: "Für viele europäische Banken, insbesondere in den südeuropäischen Ländern, wäre ein Exit der EZB aus dem Anleihekaufprogramm eine große Gefahr", sagt Bankenprofessor Mark Wahrenburg von der Universität Frankfurt. "Durch den Verkauf könnte massiver Preisdruck für die Staatsanleihen der betroffenen Staaten entstehen." Die Folgen wären möglicherweise erhebliche stille Lasten, verstärkte Refinanzierungsschwierigkeiten und Probleme bei der Erfüllung der verschärften Eigenkapitalanforderungen, warnt der Experte. "Am Ende könnte der Europäische Rettungsfonds ESM gezwungen sein, sich an der Rekapitalisierung der Banken zu beteiligen."

Deutlich entspannter sieht die Lage dagegen bei den deutschen Banken aus, wie ein hochrangiger Branchenvertreter sagt. Sie kommen längst wieder an Geld dank der impliziten Staatsgarantie, also dem "AAA"-Rating der Bundesrepublik im Rücken. Die Institute atmen eher auf, wenn die Zinsen allmählich wieder steigen, da sie auf der Anlageseite wieder etwas bekommen.

Europas Banken, Deutschlands Versicherer und Kleinsparer: Fed-Chef Bernanke dürfte ihr Schicksal eher egal sein, wenn es um einen Masterplan für die Entwöhnung der US-Finanzwirtschaft vom Billiggeld der Fed geht. In den USA wird nämlich viel weniger auf die hohe Kante gelegt als hierzulande. Und die Steuerung des Exits - vulgo die Landung auf dem Flugzeugträger - wird für Bernanke oder seinen Nachfolger in den kommenden Jahren auch ohne die deutschen Befindlichkeiten zu einer Zitterpartie.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen