Wirtschaft
Ein Fass der US-Referenzsorte WTI kostet weniger als 60 Dollar.
Ein Fass der US-Referenzsorte WTI kostet weniger als 60 Dollar.(Foto: REUTERS)

Öl sprudelt weiter: Saudi-Arabien will nicht drosseln

Rohöl ist nur noch halb so teuer wie vor einem Jahr. Trotz des Preisverfalls wird Saudi-Arabien die Förderung nicht einschränken. Irgendwann werde sich der Preis schon wieder von alleine erholen, hofft der Ölminister.

Saudi-Arabien will trotz des rasanten Ölpreis-Verfalls unabhängig vom Verhalten anderer Förderländer an seinem Produktionsniveau festhalten. Selbst wenn Länder außerhalb des Opec-Kartells ihre Förderung drosseln sollten, werde sein Land dies nicht tun, sagte Ölminister Ali Al-Naimi. "Wenn sie ihre Produktion kürzen wollen, können sie das gerne tun. Wir kürzen nicht", ergänzte er.

Mit den derzeitigen Preisen sei er zwar völlig unzufrieden, so Al-Naimi. Der Ölpreis werde sich jedoch wieder erholen, auch wenn bislang unklar sei, wann. Derzeit kostet ein Fass Öl (159 Liter) rund 60 Dollar und damit halb so viel wie im Sommer.

Die Opec hatte bei ihrem jüngsten Treffen im November auf Drängen Saudi-Arabiens beschlossen, den Preisrutsch nicht mit einer geringeren Förderung zu bekämpfen. Dahinter steckt wohl auch das Kalkül, mit vorübergehend niedrigen Preisen teure Fördermethoden wie das Fracking unrentabel zu machen und so Marktanteile zurückzugewinnen. Für Saudi-Arabien und die anderen Förderländer der Opec sei es zudem schwierig, ihre Produktion zu kürzen, ohne Marktanteile zu verlieren, sagte Al-Naimi. Schließlich gebe es Länder außerhalb der Opec, die ihre Produktion steigern würden.

Russland in Schwierigkeiten

Unterstützung kommt von den Vereinigten Arabischen Emiraten. Für den niedrigen Ölpreis sei eine "unverantwortliche" Förderpolitik in Staaten außerhalb der Opec verantwortlich, sagte Energieminister Suhail al-Masruei. Der Preisverfall erlege den betroffenen Staaten zwar "erhebliche wirtschaftliche Lasten" auf, sagte er. Die Entscheidung, die Fördermenge stabil zu halten, sei aber richtig gewesen.

Die Opec geht davon aus, dass die Nachfrage nach Öl im kommenden Jahr auf den schwächsten Wert seit dem Jahr 2003 fallen könnte. Hinzu kommt ein großes Ölangebot auf dem Weltmarkt. Auch die überraschend hohen Ölreserven der USA tragen zum Sinken der Ölpreise bei. Unter dem Preisverfall leidet besonders Russland, das zugleich mit vom Westen verhängten Sanktionen wegen des Konflikts in der Ukraine zu kämpfen hat. Die wirtschaftliche Lage des Landes trübte sich zuletzt stark ein, der Rubel verlor kräftig an Wert.

Quelle: n-tv.de

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