Wirtschaft
Für Unsinn hält Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble die Äußerungen zur Inflation von EU-Währungskommissar Olli Rehn.
Für Unsinn hält Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble die Äußerungen zur Inflation von EU-Währungskommissar Olli Rehn.(Foto: REUTERS)

"Das ist Unsinn": Schäuble und Rehn uneins über Inflation

Die EZB strebt eine Inflationsrate von nahe zwei Prozent an. Derzeit aber liegt diese deutlich darunter. Dies gefährdet für EU-Kommissar Rehn die wirtschaftliche Erholung. Bundesfinanzminister Schäuble widerspricht.

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Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble hat Äußerungen des EU- Währungskommissars Olli Rehn zu den Gefahren der Inflation für die wirtschaftliche Erholung als Unsinn bezeichnet. "Die Meinung teile ich nicht", sagte der CDU-Politiker beim Weltwirtschaftsforum in Davos. "Denn die würde ja bedeuten, dass Europa nur auf der Basis von Instabilität und Inflation funktioniert. Das ist Unsinn." Er sei sich nicht sicher, ob Rehn noch als EU-Kommissar oder schon als Wahlkämpfer spreche: "Wenn er als Kommissar reden würde, müsste ich mich sehr davon absetzen."

Rehn hatte zuvor gesagt, dass eine längere Phase niedriger Inflation die nötige Wiederherstellung des wirtschaftlichen Gleichgewichts in der Eurozone erschwere. "Damit dieser Anpassungsprozess gelingt, sollte der Preisauftrieb nahe des Zwei-Prozent-Ziels der Europäischen Zentralbank (EZB) liegen", sagte er. Momentan liegt die Teuerungsrate bei 0,8 Prozent. Die EZB sagt für dieses Jahr eine Inflation von lediglich 1,3 Prozent voraus. Sie hatte aber angekündigt, bei einer Verschlechterung des Ausblicks die Geldpolitik weiter zu lockern.

Rehn: Euro nicht mehr in Existenz bedroht

Für die Krisenländer wie Spanien, Italien, Portugal und Griechenland sei es allerdings entscheidend, dass die Inflation sehr niedrig ausfalle, um die Exporte anzukurbeln und die Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern, ergänzte Rehn. Er glaube im Gegensatz zum Internationalen Währungsfonds (IWF) allerdings nicht, dass in der Euro-Zone derzeit die Gefahr einer Deflation bestehe.

Darüber hinaus hält Rehn die existenzielle Bedrohung des Euro durch die Schuldenkrise für abgewendet. Dank der umfangreichen Rettungsmaßnahmen der EZB sowie Deutschlands, Frankreichs und anderer Länder habe 2013 in der Eurozone die erhoffte wirtschaftliche Erholung begonnen, sagte er.

Das wirtschaftliche Klima in Europa habe sich in den vergangenen 18 Monaten erheblich verbessert. In diesem Jahre werde sich der Erholungsprozess fortsetzen, sagte Rehn.

Der Finne Rehn will bei der Wahl im Mai für das Europa-Parlament kandidieren und hofft auf die Spitzenkandidatur für die Allianz der Liberalen und Demokraten für Europa (ALDE). Die ALDE-Fraktion ist derzeit drittstärkste Kraft im EU-Parlament.

Quelle: n-tv.de

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