Mittwoch, 26. Mai 2010
Geistiger Vater des Euro sicher: Schuldenschnitt "unausweichlich"
Gerade erst haben die Euro-Staaten einen gigantischen Rettungsschirm gegen die Pleite eines Mitgliedsstaats aufgespannt, da bringt der geistige Vater des Euro den Schuldenverzicht unter Gläubigern wieder aufs Tablett. Für den Nobelpreisträger Mundell sind "Haircuts" bei ein oder zwei Euro-Staaten in den kommenden Jahren unausweichlich.
Für seine Theorie optimaler Währungsräume erhielt Robert Mundell 1999 den Wirtschafts-Nobelpreis.
(Foto: REUTERS)
Der renommierte Wirtschafts-Nobelpreisträger Robert Mundell hält eine Umschuldung bei ein oder zwei schwachen Euro-Staaten in den kommenden zwei Jahren für unausweichlich. "Die Restrukturierung von Schulden könnte für ein oder zwei fiskalisch schwache Euro-Mitglieder nötig werden", sagte Mundell auf einer Konferenz in Warschau. Innerhalb der kommenden fünf Jahre dürfte dies sogar unausweichlich werden, so der Ökonom weiter. Mundell warnt in diesem Zusammenhang jedoch vor zu gravierenden Folgen eines Schuldenverzichts für die Gemeinschaftswährung. "Das bedeutet kein Auseinanderbrechen des Euro, sondern nur die Neustrukturierung von Schulden", so Mundell.
Nach seiner Einschätzung braucht Europa eine stärkere finanzpolitische Zentralisierung. Dazu zählt für Mundell auch die Schaffung kurz- und langfristiger Finanzierungsmöglichkeiten der Euro-Zone über eigene Schatzwechsel oder Anleihen. Dies werde den Euro bei seinem Aufstieg zu einer zweiten Reservewährung neben dem US-Dollar ein großes Stück voranbringen, meint Mundell.
Der 77 Jahre alte Ökonom gilt als geistiger Vater des Euro. Just im Jahr der Einführung des Euro 1999 hat er den Wirtschafts-Nobelpreis für seine Arbeiten zu Wechselkursen und Kapitalmobilität erhalten. Sein wohl größter Verdienst auf diesem Gebiet ist die von ihm begründete Theorie optimaler Währungsräume.
nne
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