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Umsatz und Gewinn sinken: Schwacher PC-Markt trifft Microsoft

Die Zeiten prallen Wachstums gehören bei Microsoft der Vergangenheit an. Der Softwarekonzern versucht, sich breiter aufzustellen und so unabhängiger vom kriselnden Computergeschäft zu werden. Doch die Neuausrichtung geht nur langsam vonstatten.

Die schleppenden PC-Verkäufe treffen auch Microsoft. Das Ergebnis sei rund 6,5 Prozent gesunken, teilte der Softwarekonzern mit. Das Ergebnis lag aber über den Markterwartungen. Anleger reagieren entsprechend erfreut, die Aktie legte im nachbörslichen Handel um 2,5 Prozent zu.

Das Zahlenwerk präsentierte erstmals der seit Anfang Februar amtierende Vorstandschef Satya Nadella. Er dürfte sich, anders als sein Vorgänger Steve Ballmer, später am Tag den Analysten in einer Telefonkonferenz stellen.

Gewinn und Umsatz sinken

In den drei Monaten per Ende März verdiente Microsoft 5,66 Milliarden Dollar nach 6,06 Milliarden im Vorjahr. Je Aktie ergab sich ein Ergebnis von 0,68 nach 0,72 Dollar im Vorjahr. Analysten hatten im Mittel 0,63 Dollar erwartet.

Der Umsatz sank leicht auf 20,4 Milliarden Dollar und erfüllte damit nahezu exakt die Konsensschätzung der Beobachter. Im Vorjahr nahm Microsoft knapp 20,5 Milliarden Dollar ein. Im Vorjahr hatte eine Bilanzierungsanpassung den Umsatz aufgebläht.

"Haltung eines Herausforderers"

Die Einnahmen mit Geschäftskunden wuchsen um 7 Prozent auf 12,23 Milliarden Dollar. Der Umsatz mit Privatkunden, denen Microsoft unter anderem die Spielekonsole Xbox und das Surface-Tablet verkauft, nahm stärker um 12 Prozent auf 8,30 Milliarden Dollar zu. Die Xbox fand in der Berichtszeit 2 Millionen Abnehmer.

Der allgemeine Rückgang der PC-Verkäufe lastet auch auf Microsoft, vor allem auf den Einnahmen mit dem Betriebssystem Windows und des Programmpakets Microsoft Office.

Auf einer Fachkonferenz Anfang April hatte Nadalla versprochen, dass Microsoft "mit der Haltung eines Herausforderers" an Innovationen herangehen werde und sich nicht länger als festgewachsener Klotz zeigen wolle. Microsoft hat sich bereits breiter aufgestellt und gehört zum Beispiel zusammen mit Google und Amazon zu den größten Cloud-Anbietern. Und mit der Übernahme des Handy-Geschäfts von Nokia hat er sich auch Hardware ins Haus geholt.

Am Freitag soll das Geschäft endlich zum Konzern gehören. Damit kommt ein monatelanges Gezerre mit Regulierungsbehörden in aller Welt zu einem Ende. Die Transaktion im Volumen von 5,4 Milliarden Dollar war Ende September angekündigt worden und sollte ursprünglich Ende März über die Bühne gehen. Doch sie wurde wegen der fehlenden Zustimmung einiger asiatischer Wettbewerbshüter verschoben.

Nachdem Anleger die Microsoft-Aktie jahrelang langweilig fanden, ist sie zuletzt zu einem Liebling avanciert. In den vergangenen zwölf Monaten hat der Kurs um 39 Prozent zugelegt. Inzwischen ist er von seinem Mehrjahres-Hoch von 41,66 Dollar am 1. April um rund 4 Prozent zurückgekommen.

Quelle: n-tv.de

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