Wirtschaft
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Devisen- und Libor-Manipulationen: Sechs Großbanken zahlen Milliardenstrafe

Die Tricksereien an den Finanzmärkten kommen sechs internationale Großbanken teuer zu stehen. Weil sie gemeinsam den Devisenmarkt manipuliert haben, müssen sie nun empfindliche Strafen zahlen - von insgesamt fast sechs Milliarden Dollar.

Im Skandal um Devisen- und Libor-Manipulationen haben sich nach der UBS auch die fünf anderen beschuldigten Großbanken mit den Behörden geeinigt. Sie müssen nun teils empfindliche Strafen zahlen. Citigroup, Barclays, JP Morgan Chase, Royal Bank of Scotland und UBS legen den Fall gegen Zahlungen von 5,6 Milliarden US-Dollar bei. Zudem bekannten sich vier der Institute - Citigroup, Barclays, JP Morgan Chase, und Royal Bank of Scotland - zu den strafrechtlichen Vorwürfen, ihre Händler hätten zur Manipulation der Devisenkurse zusammengearbeitet, schuldig.

Die fünfte Bank UBS kam glimpflicher davon als alle anderen, denn sie hatte zuerst mit den Behörden kooperiert. Daher erhält sie von der Kartellabteilung des US-Justizministeriums bedingte Immunität vor einer Strafverfolgung im Devisenfall und kommt auch ohne Bußzahlung davon. An die US-Notenbank Fed muss die UBS hingegen 342 Millionen US-Dollar zahlen, weil sie "unsichere und unkorrekte Geschäftspraktiken betrieb". Zudem verpflichtete sich die Bank zu einer Reihe von Korrekturmaßnahmen.

Was den Skandal um die Manipulation des Referenzzinssatzes Libor angeht, wird sich die UBS in einem Anklagepunkt bezüglich des Missbrauchs elektronischer Kommunikation (Wire Fraud) schuldig bekennen, eine Buße von 203 Millionen Dollar zahlen sowie eine dreijährige Bewährungsperiode akzeptieren.

Manipulation von Wechselkursen

Die Banken zahlen gemeinsam an verschiedene Behörden in Großbritannien und den USA, um die Ermittlungen wegen Devisen- und Libor-Manipulationen beizulegen. Die Regulierungsbehörden beider Länder werfen den Devisenhändlern der großen Institute vor, sich zwischen 2007 und 2013 über Kurznachrichten und Chat-Foren abgesprochen zu haben, um einen Referenzsatz des Devisenmarktes zu manipulieren und sich auf Kosten der Kunden zu bereichern. Demnach wurde der Wechselkurs von Euro und Dollar manipuliert.

Die höchste Strafe muss die britische Barclays Bank mit 2,4 Milliarden Dollar zahlen. Die Bank of America wurde vom Justizministerium nicht belangt, muss aber an die US-Notenbank Federal Reserve 205 Millionen Dollar Strafe zahlen, um deren Untersuchung der Devisenmanipulationen beizulegen.

Die nun erfolgte Ankündigung markiert den Schlusspunkt einiger, aber noch nicht aller Untersuchungen am Devisenmarkt. Weitere Banken stehen noch im Visier der Behörden. Der jetzt abgeschlossene Fall umfasste aber die Banken mit den schwersten Vergehen. Komplett aus dem Schneider sind diese Großbanken damit aber noch nicht, denn separat ermittelt noch die New Yorker Behörde Department of Financial Services.

Quelle: n-tv.de

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