Wirtschaft

750 Dollar pro Pille: Shkreli kassiert munter weiter

Erst treibt Martin Shkreli den Preis für ein Medikament in schwindelerregende Höhen. Nach einem Proteststurm kündigt der Investor an, das Mittel wieder zu verbilligen. Doch dazu wird es in absehbarer Zeit nicht kommen.

Vor gut drei Wochen steckte Martin Shkreli in einem ausgewachsenen Shitstorm. Er hatte zuvor die US-Rechte an dem lebensrettenden Medikament Daraprim gekauft und dann über Nacht den Preis für eine Pille von 13,50 auf etwa 750 Dollar erhöht. Als die Empörungswelle über ihn hinwegschwappte, versprach er, den Preis kräftig zu senken. Doch das ist bislang nicht passiert.

Es deutet derzeit wenig darauf hin, dass das bald geschehen wird. "Ich habe gesagt, es wird eine lange Zeit dauern, bis wir wissen, wie stark und wann wir den Preis senken", sagte der 32-Jährige dem "Business Insider". "Bis wir herausgefunden haben, wie groß die Nachfrage ist, werden wir den Preis nicht reduzieren", ergänzte er.

Sollte sich Shkreli tatsächlich zu diesem Schritt entschließen, wird der neue Preis nicht so niedrig sein wie gefordert. Das Medikament werde bei weitem mehr kosten als ursprünglich, kündigte Shkreli an. Dabei hatte er in einem Interview mit "ABC News" vor drei Wochen angekündigt, den Preis so weit zu senken, dass seine Firma damit nur einen kleinen Profit mache. Die Herstellungskosten liegen bei etwa 1 Dollar pro Pille.

Bereits in den 1950er-Jahren entwickelt, wird Daraprim bei einer relativ seltenen Erkrankung Toxoplasmose angewendet. Diese ist besonders bei einem geschwächten Immunsystem, unter dem beispielsweise HIV- oder Krebspatienten leiden, gefährlich und muss dann medikamentös behandelt werden. Bis vor Kurzem kein Problem mit einem Medikament, das im Handel etwa 13,50 Dollar pro Tablette kostete.

Erneut verteidigte Shkreli sein Geschäftsmodell: "Hunderte Firmen haben die Preise für Medikamente erhöht, und sie nehmen den Schritt nicht zurück. Warum sollen wir das tun?". Tatsächlich ist Shkreli nur das jüngste Beispiel eines Investors, der Rechte an Medikamente kauft und die Preise kräftig erhöht. Sie argumentieren in der Regel, damit die Entwicklung neuer Medikamente zu finanzieren.

Die Masche von Shkreli: Er sichert sich die Rechte an bewährten Mitteln, die wenig kosten und bei seltenen Erkrankungen angewendet werden. Das sorgt dafür, dass es keine Nachahmerprodukte und damit keine Konkurrenz gibt. Denn deren Herstellung lohnte sich nicht. Dem Finanznachrichtensender Bloomberg hatte Shkreli vor drei Wochen gesagt, Darapim sei im Grunde auch nach der Preiserhöhung zu billig, da das Medikament Leben rette. Und das habe seinen Preis.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen