Wirtschaft
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Lange Innovationszyklen: Siemens erwartet keine großen Sprünge

Der Technologiekonzern nimmt sein Zukunftsprogramm 2020 wörtlich. Erst kurz vor dieser Jahresmarke soll es spürbare Umsatzsteigerungen geben. Bis dahin trimmt der Konzern weiter die Rendite - und zwar auch mit dem Rotstift beim Personal.

Siemens-Chef Joe Kaeser traut seinem Haus in naher Zukunft keinen nennenswerten Umsatzschub zu. "Die Wachstumsziele der 'Vision 2020' sind so angelegt, dass wir ab 2018 schneller als die Wettbewerber wachsen können", sagte er dem "Manager Magazin" laut Vorabbericht. Der Grund liege in den langen Innovationszyklen der Münchner. Bereits sein Vorgänger Peter Löscher hatte den Anlegern versprochen, die Einnahmen schneller zu steigern als die Konkurrenz, konnte das Versprechen aber nicht einlösen.

Dass sich die positive Wirkung des im Mai 2014 verkündeten Unternehmenskonzepts "Vision 2020" so lange hinzieht, begründete Kaeser mit Siemens' langen Innovationszyklen. Bei vielen Siemens-Produkten wie Gas- und Windturbinen, Umrichterstationen und Zügen dauert die Entwicklung neuer Produktgenerationen viele Jahre.

Die Rendite will Kaeser unterdessen wie viele seiner Vorgänger auch durch Stellenstreichungen trimmen. Laut dem Magazin würden in den nächsten Jahren abermals 10.000 Stellen  wegfallen. Durch Kaesers aktuelle Umorganisation des Konzerns sind ohnehin fast 12.000 Arbeitsplätze überflüssig geworden. Wie viele Beschäftige andernorts im Unternehmen untergebracht werden können, ist bislang offen.

Siemens legt seine Geschäftsjahresbilanz Anfang November vor und wollte sich nicht zu den jüngsten Angaben zum Stellenabbau äußern. Die Münchner wollen mithilfe des Konzernprogramms "Vision 2020" bis 2016 zunächst eine Milliarde Euro einsparen. Einen anstehenden Abbau von 1200 Stellen in der Kraftwerkstechnik erörtern die Manager derzeit mit den Arbeitnehmervertretern.

Quelle: n-tv.de

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