Wirtschaft
Ein chinesischer Hochgeschwindigkeitszug fährt in den Bahnhof Peking ein. China Railway Construction hatte die Ausschreibung bereits für sich entschieden.
Ein chinesischer Hochgeschwindigkeitszug fährt in den Bahnhof Peking ein. China Railway Construction hatte die Ausschreibung bereits für sich entschieden.(Foto: REUTERS)

Mit 300 Km/h durch Mexiko: Siemens hat neue Chance auf Prestige-Zug

Es ist ein milliardenschweres Vorzeige-Projekt: Der erste Hochgeschwindigkeitszug Lateinamerikas in Mexiko. Der Zuschlag ging bereits nach China, doch die mexikanische Regierung macht nun einen Rückzieher. Und das freut Siemens.

Siemens erhält eine neue Chance für den Bau einer milliardenschweren Hochgeschwindigkeits-Zugstrecke in Mexiko. Die Regierung will das Projekt Ende November für sechs Monate neu ausschreiben. Zunächst hatte ein chinesisches Konsortium die Ausschreibung gewonnen. Wegen Unklarheiten im Ausschreibungsverfahren habe Präsident Enrique Peña Nieto den Auftrag widerrufen, teilte das Transportministerium mit. "Dieses für Mexiko so wichtige Projekt darf nicht fragwürdig sein und muss mit absoluter Klarheit umgesetzt werden", sagte Verkehrsminister Gerardo Ruiz Esparza im Fernsehen.

Am Montag hatten China Railway Construction, vier mexikanische Unternehmen und der französische Staatskonzern Systra, der je zur Hälfte der französischen Staatsbahn SNCF und dem Pariser Nahverkehrsbetreiber RATP gehört, den Zuschlag erhalten. Das Konsortium war zuletzt der einzige Bewerber im Ausschreibungsverfahren für das Projekt im Umfang von 43 Milliarden Pesos (2,6 Milliarden Euro).

Ursprünglich hatten 16 weitere Unternehmen Interesse an dem Auftrag signalisiert. Allerdings war die Ausschreibungsfrist so kurz, dass letztlich nur die Chinesen ihr Gebot einreichten. Mit der neuen Ausschreibung könnten nun auch Siemens, Bombardier und Alstom eine neue Chance auf den Auftrag erhalten. “Wir hoffen, dass das neue Verfahren in den kommenden Tagen oder Wochen beginnt und dass sich mehr Firmen beteiligen“, sagte Ruiz Esparza. Der Schnellzug soll Mexiko-Stadt mit dem Industriestandort Querétaro verbinden und täglich rund 23.000 Passagiere transportieren. Mit einer Höchstgeschwindigkeit von 300 Stundenkilometern soll der Zug die durchschnittliche Fahrtdauer zwischen den beiden Städten von über zwei auf unter eine Stunde verringern.

Für Präsident Enrique Pena Nieto ist die Neuausschreibung äußerst peinlich, weil er kommende Woche nach China reist, um dort Geschäftsbeziehungen auszubauen. Der Rückzieher Mexikos löste am Freitag sogar Kursverluste an der chinesischen Börse aus.

Quelle: n-tv.de

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