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Industriegeschäft schrumpft erheblich: Siemens streicht 3000 Jobs

Siemens spart Milliarden und streicht Jobs. Nun hat der Konzern seine Pläne für das wichtige Industriegeschäft konkretisiert. Über 3000 Arbeitsplätze sollen hier wegfallen um mehr als eine Milliarde Euro einzusparen. Und das ist nur ein Teil des Sanierungsprogramms.

Die dunklen Wolken haben sich noch nicht verzogen.
Die dunklen Wolken haben sich noch nicht verzogen.(Foto: picture alliance / dpa)

Von dem Milliarden-Sparprogramm bei Siemens sind allein im Industriegeschäft des Elektrokonzerns mehr als 3000 Arbeitsplätze betroffen. Der für den Bereich zuständige Vorstand Siegfried Russwurm konkretisierte die Pläne für den Sektor in Hannover. Der Elektrokonzern will bis 2014 insgesamt 6 Mrd. Euro einsparen, 1,1 Mrd. Euro davon sollen aus dem Industriesektor kommen, wie Russwurm sagte.

In Deutschland ist der Getriebebau von Stellenstreichungen betroffen. Hier sollen rund 500 Arbeitsplätze schwerpunktmäßig in Nordrhein-Westfalen wegfallen. Hinzu kommt die geplante Verlagerung der Standardmotoren-Produktion mit rund 200 Arbeitsplätzen von Bad Neustadt in die Tschechische Republik. Im Gegenzug will Siemens Fertigungsinhalte von München an den Standort Bad Neustadt geben, für den es einen Interessenausgleich gibt.

Von Einsparungen in Verwaltung und Vertrieb sind im Industriesektor voraussichtlich weitere 2200 Arbeitsplätze betroffen. Zur regionalen Verteilung könne man aber noch keine Angaben machen, sagte ein Unternehmenssprecher. Auch in Indien und Pakistan streicht Siemens Stellen: Durch die Verkleinerung oder Schließung von Werken fallen dort voraussichtlich rund 310 Stellen weg, wie Russwurm bekanntgab.

Einzelne Maßnahmen waren bereits bekannt, doch hatte Siemens die Pläne für den gesamten Industriesektor noch nicht beziffert. Konzernchef Peter Löscher hatte dem Unternehmen im November nach einem Gewinneinbruch im vergangenen Geschäftsjahr das Milliarden-Sparprogramm verordnet. Mit Unterstützung durch die Weltkonjunktur rechnet Siemens nicht. Löscher erklärte jüngst, eine Belebung in der zweiten Jahreshälfte zeichne sich noch nicht ab. Auf Fragen zur Gewinnprognose für das laufende Jahr, wonach der Konzern aus dem fortgeführten Geschäft 4,5 bis 5 Milliarden Euro Gewinn erwirtschaften will, verwies er auf die Quartalsbilanz Anfang Mai.

Quelle: n-tv.de

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