Wirtschaft

Flaute in Trafowerken: Siemens streicht Stellen

Mangelnde Auslastung im Trafo-Bereich von Siemens fürht zu einem umfangreichen Stellenabbau: Rund 500 Arbeiter in Deutschland müssen gehen, die meisten davon in Nürnberg. Auch Mitarbeiter im Ausland bangen um ihre Jobs.

Der Standort Nürnberg ist besonders betroffen.
Der Standort Nürnberg ist besonders betroffen.(Foto: dapd)

Siemens wird in seinen Trafowerken in Nürnberg, Kirchheim und Dresden bis Ende 2014 insgesamt 490 Stellen abbauen. Besonders betroffen sei der Standort Nürnberg, wie Siemens-Energy-Sprecher Torsten Wolf sagte. Hier sollen 400 der bislang rund 1.000 Stellen wegfallen. 80 davon seien nur befristete Verträge. Der Abbau solle 2013 beginnen und "so sozial wie möglich" erfolgen. Gespräche mit dem Betriebsrat seien aufgenommen worden, um einen Interessenausgleich herzustellen.

Die Beschäftigten seien auf einer Mitarbeiterversammlung informiert worden, sagte Wolf. Die betroffenen Leiharbeiter seien schon vor über zwei Wochen darüber in Kenntnis gesetzt worden, dass ihre Verträge nicht verlängert werden.

Bis zu 40 Prozent Überkapazität

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Als Gründe für den Mitarbeiterabbau nannte Wolf den Preisverfall und die gleichzeitige Überkapazität bei Transformatoren. In den vergangenen drei Jahren seien die Preise um 12 Prozent eingebrochen. "Und wir erwarten, dass das bis 2015 unverändert so weitergeht." Durch den Aufbau von Fabriken neuer Wettbewerber gebe es weltweit 30 bis 40 Prozent Überkapazitäten. Das von den Stellenstreichungen am meisten betroffene Siemens-Werk in Nürnberg werde ab 2013 nur noch zu 60 Prozent ausgelastet sein.

"Wir können den Unternehmensverbund nicht auslasten", sagte der Sprecher. Neben den Stellenkürzungen in Nürnberg sollen daher im Trafowerk in Kirchheim bei Stuttgart bis Ende 2014 40 Stellen wegfallen. Bislang arbeiten dort 280 Vollzeitangestellte und 24 Leiharbeiter. Am Standort Dresden sollen bis dahin 50 der 310 Vollzeitjobs und 40 Leiharbeitsverhältnisse gestrichen werden.

Entlassungen auch international möglich

Neben den deutschen Werken stehen auch die Trafowerke in aller Welt auf dem Prüfstand. "Wir schauen uns das Werk für Werk, auch international an", sagte Wolf. Insgesamt habe Siemens 22 Werke an 21 Standorten. Bei allen werde nun die Auslastung überprüft. "Es könnte auch Stellenkürzungen in anderen Werken geben", sagte Wolf. Wo genau und wie viele Mitarbeiter betroffen sein könnten, stehe aber noch nicht fest.

Dass der Standort Nürnberg besonders betroffen ist, erklärt Wolf damit, dass dort große Transformatoren gebaut werden. "Für diese großen Leistungstrafos entfällt ein gewisser Markt", sagte er. Hintergrund sei, dass die bislang für große chinesische Exportprojekte hergestellten Trafos zunehmend in China produziert werden müssten. "Teilweise dürfen nur 10 Prozent außerhalb Chinas gefertigt werden." Zwar produziere Siemens auch in China, allerdings löse dies nicht das Problem der schwachen Auslastung und Überkapazitäten in Deutschland.

Quelle: n-tv.de

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