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Siemens-Chef Peter Löscher schließt einen Jobabbau nicht aus, um die Rendite zu steigern.
Siemens-Chef Peter Löscher schließt einen Jobabbau nicht aus, um die Rendite zu steigern.(Foto: picture alliance / dpa)

Jobabbau soll Rendite steigern: Siemens will sich gesundsparen

Siemens-Chef Peter Löscher setzt den Rotstift an: Der Manager will die Kosten deutlich senken und den Ingenieurskonzern auf mehr Rendite trimmen. Denn die Konjunkturflaute erfasst Siemens immer mehr, die Konkurrenz arbeitet deutlich profitabler. Zu spüren bekommen dürften das vor allem die Beschäftigten.

Related contentSiemens will sich mit einem konzernweiten Sparprogramm entschlacken, um seine Renditen wieder nach oben zu treiben. Auf einer Führungskräftetagung am Donnerstag in Berlin stellte Vorstandschef Peter Löscher die Eckpunkte vor und räumte auch hausgemachte Probleme als Grund für das Programm ein. Konkrete Schritte will er aber erst am 8. November auf der Jahrespressekonferenz vorstellen. Das Unternehmen müsse schneller werden, um auf Konjunktureinbrüche besser reagieren zu können. "Zudem sind unsere Kosten zu hoch", sagte Vorstandschef Peter Löscher im Interview mit der Mitarbeiterzeitschrift.

Die Kosten für Forschung und Entwicklung, die Verwaltung und den Vertrieb seien zuletzt zu stark gestiegen. Siemens müsse Doppelstrukturen im Unternehmen abbauen, Forschung und Entwicklung enger mit der Produktion verzahnen und "im Vergleich mit dem Wettbewerb günstiger werden". Über das zweijährige Programm soll die Bürokratie im Konzern eingedämmt und die Auslandsstrukturen vereinfacht werden. "Unseren selbst gesetzten Anspruch, besser zu sein als Markt und Wettbewerber, haben wir nicht erreicht. Wir wollen als Spitzenunternehmen besser sein als die Wettbewerber. In der breiten Masse irgendwo im Mittelfeld zu dümpeln - das wollen wir nicht", erklärte Löscher.

Siemens schließt Stellenabbau nicht aus

Siemens setzt den Rotstift anAn dem mittelfristigen Ziel, den Konzernumsatz um rund ein Drittel auf 100 Mrd. Euro zu steigern, halte er fest. Schwächelnde Geschäfte, die zur Dauerbelastung für das Unternehmen zu werden drohten, kämen auf den Prüfstand. Ein Stellenabbau sei möglich. "Wo sich Strukturthemen stellen oder Märkte sich fundamental ändern, kann es auch Veränderungen bei der Mannschaft geben", sagte der Siemens-Chef. Wie viele Stellen auf der Kippe stehen, blieb noch offen. Der Konjunkturabschwung habe Siemens auf dem falschen Fuß erwischt, die Kosten seien ausgeufert, erklärte Löscher. "Wir hatten klar auf Wachstum der Weltwirtschaft gesetzt."

Wegen Pannen wie etwa bei der Anbindung von Nordsee-Windparks ans Stromnetz hatte Siemens seine Gewinnprognose für dieses Jahr bereits von 6,0 auf 5,2 Mrd. Euro nach unten korrigieren müssen. Konkurrenten wie GE haben sich bei Umsatz und Gewinn besser entwickelt. "Von der Konjunktur können wir keinen Rückenwind erwarten", sagte Löscher. Analysten und Investoren hatten zuletzt deutlich Kritik an Siemens geübt und Korrekturen gefordert. Bei den Sorgenkindern in den Sektoren denken Beobachter  an das von Löscher zugekaufte Solarunternehmen Solel. Der Telefonnetzausrüster NSN dagegen ist hier außen vor. An seiner Aufteilung der Geschäfte in vier Sektoren will Löscher nicht rütteln.

Quelle: n-tv.de

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