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Bundesliga at it's best: Dortmund gegen Bayern
Bundesliga at it's best: Dortmund gegen Bayern(Foto: picture alliance / dpa)

Sport-TV-Produzent Plazamedia wird geschluckt: Sky Deutschland steigt bei Sport1 ein

Sky Deutschland lebt von Sport. Deshalb will der Sender die Produktion seiner wichtigsten Sendungen nicht auf Dauer einem fremden Anbieter überlassen. Mit einem zweistelligen Millionenbetrag schlägt Sky deshalb gleich doppelt zu.

Der Bezahlsender Sky Deutschland führt bei seinem TV-Produktionspartner künftig selbst Regie. Sky übernimmt den Sportsendungs-Spezialisten Plazamedia vom Medienkonzern Constantin, wie beide Unternehmen mitteilten. Plazamedia zählt zu den Branchenführern im deutschsprachigen Raum und kümmert sich seit Jahren um die technische Abwicklung der wichtigsten Sportsendungen von Sky etwa zur Fußball-Bundesliga, der Champions League und der Formel 1. Zu den Kunden zählen neben dem Sky-Partner Deutsche Telekom auch die öffentlich-rechtlichen Rivalen.

Um das Geschäft seiner neuen Tochter abzusichern, steigt der Hauptkunde Sky auch bei deren zweitem Großabnehmer ein: dem ebenfalls zu Constantin gehörenden TV- und Radiosender Sport1. Sky übernimmt Sperrminoritäten von jeweils 25,1 Prozent an Sport1 und an dem Vermarkter Constantin Sport Marketing. Die Vereinbarung, die die Genehmigungen der Kartell- und Medienbehörden braucht, soll im kommenden Jahr vollzogen werden.

Notfalls zahlt Murdoch

Den gesamten Deal lässt sich Sky 57,5 Millionen Euro kosten. Das Geld will der hoch verschuldete und noch immer defizitäre Sender als Kredit bei seinen Hausbanken lockermachen. Falls dies misslingt, steht der Konzernpatriarch Rupert Murdoch parat: Sein US-Medienkonzern 21st Century Fox, der die deutsche Tochter Sky bereits mit Milliarden päppelte, springt den Angaben zufolge notfalls ein.

Die Vereinbarung sei ein weiterer Schritt zur Integration wichtiger Geschäfte, sagte Sky-Chef Brian Sullivan. "Außerdem eröffnet sie Synergiepotenziale und unterstützt uns dabei, zusätzliche Effizienzsteigerungen vorzunehmen." Sky hat sich bereits eine Reihe kleinerer Dienstleister einverleibt und schon durchblicken lassen, die Produktion seiner wichtigsten Sendungen nicht auf Dauer einem fremden Anbieter zu überlassen.

Für Constantin war Sky deshalb trotz guter Beziehungen langfristig ein wackliger Kunde. Der Film- und Sportkonzern will sein Sportsegment noch stärker auf neue Geschäftsfelder ausrichten.

Quelle: n-tv.de

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