Wirtschaft
Der Regierungschef der Slowakei, Robert Fico (l.), und sein ukrainischer Amtskollege Arsenij Jatsenjuk (r.) öffnen die Versorgungsleitung.
Der Regierungschef der Slowakei, Robert Fico (l.), und sein ukrainischer Amtskollege Arsenij Jatsenjuk (r.) öffnen die Versorgungsleitung.(Foto: REUTERS)

40 Prozent weniger Gazprom-Gas: Slowakei öffnet Pipeline zur Ukraine

Die EU kann künftig Erdgas in die Ukraine liefern. Über die Pipeleine aus der Slowakei kann das Land etwa ein Fünftel seines Bedarfs sichern. gebaut wurde das Leitungsystem eigentlich für die Versorgung in umgekehrter Richtung.

Die Ukraine kann künftig Gas aus der Slowakei beziehen. Damit soll die Abhängigkeit von Russland sinken. Die dafür benötigte Gasleitung ist nun nach zweiwöchiger Testphase offiziell eröffnet worden. Der slowakische Regierungschef Robert Fico und sein ukrainischer Amtskollege Arseni Jazenjuk drehten in einer feierlichen Zeremonie gemeinsam das Verschlussventil in der Pumpstation Velke Kapusany auf und gaben damit in Anwesenheit von EU-Vertretern den so genannten Reversfluss des Gases von West nach Ost frei. Über die Pipeline können zu 20 Prozent des jährlichen Gasbedarfs der Ukraine gedeckt werden.

Ende April hatten beide Länder vereinbart, eine bereits bestehende Nebenleitung zwischen den Städten Vojany und Uschgorod zu verwenden, die ursprünglich in umgekehrter Richtung ein slowakisches Wärmekraftwerk in Vojany mit russischem Gas aus der Ukraine versorgen sollte.  Die halbstaatliche slowakische Gastransitfirma Eustream als Betreiber der Pipeline betonte in einer Presseaussendung, sie habe das Projekt aus eigenen Mitteln ohne EU-Fördergelder umgesetzt.

Pro Jahr könnten nun zehn Milliarden Kubikmeter Gas transportiert werden, wobei die garantierte Mindestabnahme auf ukrainischer Seite 6,4 Milliarden Kubikmeter jährlich ausmache, teilte Eustream mit. "Die Gasleitung Vojany-Uschgorod mit Reversfluss auszustatten, ist die beste technisch mögliche Lösung zur Verbesserung der ukrainischen Energiesicherheit und sie ist ein Ergebnis erfolgreicher Zusammenarbeit zwischen der Slowakei, Ukraine und EU", sagte Fico.

Der ukrainische Ministerpräsident Arseni Jazenjuk sagte, die Ukraine spare damit 40 Prozent des Gases, das sie vorher beim russischen Konzern Gazprom eingekauft habe. Gazprom hatte bereits 2006 und 2009 seine Gasexporte in das Nachbarland zeitweise gestoppt.

Ungarn und Polen haben ebenfalls Pipelines, über die Erdgas in die Ukraine transportiert werden kann. Die slowakische Leitung hat aber die größere Kapazität. Russland ist Europas größter Lieferant von Öl, Kohle und Erdgas. Die europäische Pipeline-Infrastruktur ist deshalb so aufgebaut, dass Erdgas von Ost nach West fließt. Wegen des Ukraine-Konflikts drängt die EU nun aber darauf, die Lieferrouten auch umzukehren, um Kiew zu helfen.

Quelle: n-tv.de

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