Wirtschaft
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Edelmetall feiert Comeback: So investieren Sie in Gold

Von Gian Hessami

Ist jetzt der richtige Zeitpunkt gekommen, um Gold zu kaufen? Wer davon überzeugt ist, hat die Qual der Wahl und muss zwischen Barren, Münzen und Wertpapieren wählen. Was ist die beste Alternative?

Während der Aktienmarkt in den Keller rauscht, marschiert der Goldpreis schnurstracks nach oben. Der Dax verlor in diesem Jahr bislang rund 15 Prozent. Das Edelmetall hingegen legte in der gleichen Zeit elf Prozent zu. "Gold profitiert von der allgemeinen Unsicherheit an den Märkten und den eingetrübten Konjunkturaussichten in den USA", sagt Thorsten Proettel, Rohstoffanalyst bei der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW).

Noch vor wenigen Wochen waren die Aussichten für Gold eher mau. Hintergrund: Die US-Notenbank Fed hatte im Dezember die Zinsschraube angezogen. Und da die Börsianer weitere zügige Leitzinserhöhungen in den USA erwarteten, geriet Gold als Anlagevehikel ins Hintertreffen. Denn steigende Zinsen machen festverzinsliche Papiere attraktiver als Gold, das keine Zinsen abwirft. Doch nun ist wieder alles anders. "Die eingetrübten wirtschaftlichen Perspektiven in den USA veranlassen viele Marktteilnehmer, nur noch mit einer geringen Anzahl möglicher Leitzinsanhebungen durch die Fed zu rechnen. Das kommt dem zinslosen Investment Gold zugute", sagt Proettel.

Eine Feinunze Gold (31,1 Gramm) kostet derzeit rund 1170 US-Dollar. Die Experten der LBBW gehen davon aus, dass der Preis in den kommenden Monaten auf 1300 Dollar ansteigen wird. Das wäre aus heutiger Sicht ein ordentliches Plus von elf Prozent.

Anleger, die ebenfalls an das Aufwärtspotenzial des gelben Metalls glauben, können Gold physisch erwerben oder sich börsengehandelte Finanzprodukte ins Depot legen, die auf Gold basieren.

Die Nachfrage steigt

Goldanleger, die physische Investments bevorzugen, kaufen zumeist Barren und Münzen. Das Interesse daran ist in Deutschland bereits 2015 gestiegen. "Im Vergleich zum schlechten Goldjahr 2014 haben sich die Verkäufe im vergangenen Jahr deutlich erholt", sagt Benjamin Summa, Sprecher des Münchener Goldhändlers Pro Aurum gegenüber n-tv.de. Die Goldumsätze seien um knapp 25 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gestiegen. Im Januar 2016 habe sich die stärkere Edelmetallnachfrage fortgesetzt.

Die Bestseller unter den Goldbarren sind laut Pro Aurum die Gewichtseinheiten 50 und 100 Gramm, während bei Goldmünzen die Unzenmünzen Krügerrand, australisches Känguru und der Wiener Philharmoniker besonders stark nachgefragt wurden. Ein 250-Gramm-Goldbarren kostet derzeit rund 8560 Euro. Möchten Kunden ihren Schatz im Schließfach aufbewahren, fallen zusätzliche Kosten an, die je nach Schließfach variieren. So zahlen Käufer bei Pro Aurum für den 250-Gramm-Barren 214 Euro pro Jahr.

Kostengünstiger als physische Investments sind Wertpapiere. Hierbei entfallen Aufgelder zum aktuellen Marktpreis sowie die Kosten für die Aufbewahrung in Schließfächern. Die Kehrseite: "Bei Gold-Wertpapieren werden beim Kauf und Verkauf Ordergebühren fällig. Hinzu kommen zumeist noch Depotgebühren", sagt Rupertus Rothenhäuser, Geschäftsführer der Boerse Stuttgart Securities GmbH gegenüber n-tv.de Bei ETCs, die mit physischem Gold unterlegt sind, können außerdem Kosten für die Lagerung und Auslieferung des Edelmetalls entstehen. Dies hänge vom jeweiligen Produkt ab, so Rothenhäuser.

Die Boerse Stuttgart Securities etwa hat einen Gold-ETC namens EUWAX Gold aufgelegt, bei dem lediglich die börsenüblichen Transaktionskosten anfallen. ETC steht für Exchange Traded Commodities (zu Deutsch: börsengehandelte Rohstoffe). Dies sind börsengehandelte Wertpapiere, mit denen Anleger in Rohstoffe investieren, ohne die Güter tatsächlich zu kaufen. Rechtlich gesehen ist das Produkt eine unbefristete Inhaberschuldverschreibung, die zu 100 Prozent mit Gold unterlegt ist. Dabei verbrieft das ETC ein Gramm Gold in Form eines Kleinbarrens. Jährliche Gebühren für die Verwahrung des hinterlegten Goldes gibt es nicht, auch die physische Auslieferung ist innerhalb Deutschlands kostenfrei.

Dieser Beitrag stellt keinerlei Empfehlung zum Kauf oder Verkauf der genannten oder anderer Anlageprodukte dar. Für die Richtigkeit der Daten wird keine Haftung übernommen.

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Quelle: n-tv.de

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