Wirtschaft
Der 44-jährige Guttenberg ist gut gefragt.
Der 44-jährige Guttenberg ist gut gefragt.(Foto: dpa)

Stehauf-Mann und Start-up-Investor: So investiert Guttenberg sein Geld

In seinem zweiten Leben ist der Ex-Minister ein "begeisterter Investor" geworden. Vier Branchen haben es Guttenberg angetan, verrät er. Für eine befindet er sich auf einer Mission. Einen kleinen Seitenhieb für seine ehemaligen Politiker-Kollegen gibt es auch.

Seine Zeit als Minister ist schon lange Geschichte. Sein Doktortitel ist futsch. Deutschland hat er nach der Plagiatsaffäre um seine Doktorarbeit auch längst den Rücken gekehrt. Alles alte Kamellen. Karl Theodor zu Guttenberg ist in seinem neuen Leben angekommen. Hier brüstet er sich als großer Kenner neuer Technologien.

Wie er dem Magazin t3n.de verrät, ist er heute neben seiner Beraterfunktion bei der EU in netzpolitischen Fragen ein "begeisterter Investor in hoffentlich gute Start-ups", wie er sagt. In New York besitzt Guttenberg eine eigene Investmentfirma. Geniale Ideen reizen ihn, wenn er sie sieht, sagt er von sich.

Von Blendern hält der ehemalige Bundeswirtschafts- und -verteidigungsminister ausdrücklich nichts. Überzeugen lasse er sich nicht mit "Geschwätz" und nicht durch "Glauben, die nächste Milliardenbewertung innerhalb kürzester Zeit erreichen zu können", wenn man noch nicht einmal erklären könne, wie man die ersten 500.000 Euro verdienen will. Er wirbt für Risikominimierung.

Worauf er warte, sei die richtige Dreier-Kombination aus "faszinierenden Charakteren", ein entsprechendes "Knowhow" und ein Produkt, das auch einen Mehrwert darstelle, wenn das Projekt scheitere. Beispiele für ein gutes Investment nennen, will er im Gespräch leider nicht. Dafür verrät er aber die Bereiche, auf die sich Spitzberg Partners fokussiert.

Vier hippe Bereiche

Guttenberg, der in der New Yorker Firmer als Chairman fungiert, faszinieren vor allem Bitcoin und Blockchain-Technologie - gewissermaßen der "kurze Dienstweg" im digitalen Zeitalter. Die übergeordnete Idee bei Blockchain ist es, einen weltweiten Austausch von Daten und Werten zu ermöglichen - ohne einen Oberaufseher, komplizierte Verifizierungsverfahren oder Gebühren. Entstanden ist die Idee des Blockchain durch die Internetwährung Bitcoin.

Auch Start-ups aus den Bereichen Life-Science, also Biomedizin, und Cyber-Security, reizen Guttenberg in seinem zweiten, amerikanischen Leben. Wobei er Cyber-Security allerdings schon fast in der Nach-Boom-Phase verortet. Künstliche Intelligenz mit allen Problematiken für die Gesellschaft sind ebenfalls ein Thema für ihn und möglicherweise ein Investment wert. Doch gibt es auch einen anderen Grund, hierfür auf Roadshow zu gehen. Der Chef von Tesla wie auch Space X, Elon Musk, hat in einem offenen Brief vor Kampfrobotern gewarnt. Guttenberg will das gleiche mit seinem "Geschwätz auf Konferenzen" versuchen.

In dem Bereich sei der große Durchbruch fällig, erklärt der Ex-Minister im Interview. Und "wir sprechen nicht mehr von nur ein paar Jobs, die hier verloren gehen". Die Gefahr, die mit künstlicher Intelligenz einhergehe, sei ein weltumspannendes Thema. Deshalb müsse sie diskutiert werden. In den USA sei das der Fall, in Europa dagegen nicht. In Deutschland müsse den Politikern deshalb "in den Hintern getreten werden".

Auch Deutschlands Start-up-Szene rangiert für ihn unter ferner liefen. "Aus Sicht einer Investmentfirma ist der amerikanische Markt derzeit definitiv noch attraktiver als Deutschland."

Guttenberg gehört zu den Menschen, die die Flucht nach vorn angetreten haben. Inzwischen hat der 44-Jährige gut zu tun. Er berät nicht nur die EU, sondern auch die Deutsche Lufthansa. Darüber hinaus übernimmt er Aufgaben für den US-Thinktank Center for Strategic and International Studies. Ein Gefühl von Größe ist dem Finanzinvestor mit Migrationshintergrund geblieben.

Quelle: n-tv.de

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