Zweifel an CommerzbankSoffin hat Geld versenkt
Einem Magazinbericht zufolge stellen sich die Teilnehmer einer Soffin-Runde die Frage, ob die Commerzbank die gewährten Staatshilfen jemals zurückzahlen könne. Der Bund müsse prüfen, ob nicht ein Teil des Geldes abgeschrieben werden solle, heißt es.
In der Bundesregierung und im staatlichen Bankenrettungsfonds Soffin mehren sich laut "WirtschaftsWoche" (WiWo) die Befürchtungen, dass die mit Staatsgeldern gerettete Commerzbank AG über Jahre hinweg das staatliche Kapital nicht verzinsen wird. Einige Kontrolleure hielten es sogar für möglich, dass der Staat auf einen Teil der rund 18 Mrd. Euro verzichtet, die er in die Rettung der Commerzbank investiert hat, berichtet die Zeitschrift unter Berufung auf das Umfeld des Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung.
Ein Pressesprecher der Frankfurter Commerzbank widersprach dem gegenüber Dow Jones Newswires: "Wir bleiben dabei, spätestens 2012 werden wir mit der Rückzahlung beginnen. Auch an den Gewinnzielen hat sich nichts geändert", sagte er am Sonntag. Eine Pressesprecherin des Soffin wollte den Bericht auf Anfrage nicht kommentieren.
"Hauptsache wir bekommnen die Zinsen"
Die "Wirtschaftswoche" berichtet, dass im Umfeld einer Sitzung des Kontrollausschusses des Rettungsfonds Soffin in Berlin, an der auch Commerzbank-Chef Martin Blessing teilgenommen habe, ein Teilnehmer der Sitzung der Zeitschrift gesagt habe: "Die Commerzbank ist nach der Hypo Real Estate unser größter Sorgenfall. Uns geht es darum, dass wir überhaupt einmal die vereinbarten Zinsen bekommen."
Im Soffin mehrten sich sogar Stimmen, die von Teilverlusten der Staatshilfe ausgehen. "Ob das Geld jemals ganz zurückgezahlt werden kann, da bin ich skeptisch", habe ein Teilnehmer der Runde gesagt. Es sei vielleicht sogar sinnvoll, einen Teil des Geldes abzuschreiben. "Der Bund muss kühl durchrechnen, ob es nicht sinnvoller ist, auf einen Teil des Geldes zu verzichten", habe ein weiterer der "WirtschaftsWoche" gesagt. Dahinter stecke die Erwartung, dass sich die Anteile an der Commerzbank nicht verkaufen lassen, solange die Bank keine Dividenden zahlen kann.
Nach dem Magazinbericht über die mögliche Abschreibung der Staatshilfen durch den Bund gerieten die Titel der Commerzbank vorbörslich unter Druck. Im Geschäft von Lang & Schwarz lagen die Titel des teilverstaatlichten Institutes 3,1 Prozent unter ihrem Freitagsschluss von 6,68 Euro.