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Ein Umbau ist nicht genug: Solarworld bangt um seine Ziele

Solarworld hat eine harte Restrukturierung hinter sich. Aber so richtig kommen die Geschäfts des Photovoltaik-Konzerns noch nicht in Schwung. Vor allem bei Komplettsystemen wackeln die Zielvorstellungen. Zudem verringern sich die liquiden Mittel wieder.

Knapp ein halbes Jahr nach der Restrukturierung muss sich Solarworld wieder von seinen Zielen verabschieden. Das für das laufende Jahr gegebene Umsatzversprechen kann das Unternehmen von Vorstandschef Frank Asbeck wohl nicht mehr halten. Der Grund dafür ist, dass sich das Geschäft mit kompletten Systemen insbesondere im Heimatmarkt Deutschland schlechter als erwartet entwickelt.

Im ersten Halbjahr 2014 steigerte die Solarworld AG zwar planmäßig ihren Absatz, und zwar um 53 Prozent auf 357 MW. Hierzu trug vor allem die dynamische Entwicklung in den USA, Großbritannien und Frankreich bei. Das Geschäft mit kompletten Systemen lag jedoch unter Plan. Insgesamt stieg der Konzernumsatz im Halbjahr deshalb nur um 13 Prozent auf 228 Millionen Euro. Das Umsatzniveau lag aufgrund der Verlagerung im Produktmix unter den Erwartungen des Unternehmens.

Solarworld warnte, wenn sich der Absatz im zweiten Halbjahr weiter in Richtung Modulliefergeschäft verschieben sollte, sei es wahrscheinlich, dass das Ziel, den Konzernumsatz 2014 auf mehr als 680 Millionen Euro zu steigern, "nicht voll erreicht" wird.

Liquide Mittel sinken

Unter dem Strich schrieb Solarworld im ersten Halbjahr weiterhin Verluste, wenn einmalige Sondereffekte herausgerechnet werden. Eine Einigung mit Rohstofflieferanten sowie Sondereffekte aus der finanziellen Restrukturierung und der Erstbilanzierung der Vermögenswerte der zugekauften Bosch Solar Energy AG retteten das operative Ergebnis (Ebit) im ersten Halbjahr zwar auf plus 81 Millionen von minus 59 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Ohne die Sondereffekte schrieb Solarworld aber einen Verlust von 19 Millionen Euro. Zum Quartalsende verfügte der Konzern über liquide Mittel von 159 Millionen Euro nach 183 Millionen Euro im Vorquartal.

Seine Absatzprognose will der Konzern im laufenden Jahr erfüllen. Beim Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen sprach Solarworld jetzt aber nur noch davon, ohne die Sondereffekte ein "positives" EBITDA zu erreichen. Im Februar hatte das Unternehmen noch ein EBITDA von "über 10 Millionen Euro" angekündigt.

Inklusive der Sondereffekte erwartet Solarworld insgesamt ein positives Jahresergebnis in dreistelliger Millionenhöhe, wie das Unternehmen am Montag mitteilte. Für das Jahr 2015 bestätigte Solarworld die Prognose, wieder ein positives operatives Ergebnis zu erzielen.

Quelle: n-tv.de

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