Wirtschaft
Jetzt heißt es Zähne zeigen: Solarworld-Aushängeschild  Larry Hagman.
Jetzt heißt es Zähne zeigen: Solarworld-Aushängeschild Larry Hagman.

Trotz hoher Verluste: Solarworld erhofft Sonnenwende

Der Preisverfall in der Solarbranche brockt dem deutschen Marktführer Solarworld 2011 dicke Verluste ein. Obwohl Preise und Umsätze auch in diesem Jahr weiter fallen, hofft Firmenchef Asbeck im operativen Geschäft wieder auf schwarze Zahlen. Anleger trauen dem Braten nicht und drücken die Aktien von Solarworld deutlich ins Minus.

Chart

Der harte Wettbewerb in der Solarbranche geht auch am einstigen Vorzeigeunternehmen Solarworld nicht vorüber. 2011 rutschte das Unternehmen tief in die roten Zahlen. Doch während manchen hiesigen Konkurrenten bereits die Puste ausgegangen ist, schaut Solarworld-Chef Frank Asbeck mit vorsichtigem Optimismus nach vorne.

Im laufenden Jahr soll zumindest das operative Geschäft wieder Gewinne abwerfen. "Unser Ziel ist es, in 2012 ein positives operatives Ergebnis vor Zinsen und Steuern zu erreichen", schrieb das Unternehmen im Geschäftsbericht. Im kommenden Jahr will Solarworld dann sowohl bei Umsatz als auch Gewinn wachsen.

Düsteres Jahr

Video

Eine Verbesserung der angespannten Lage der Branche erwartet Solarworld in diesem Jahr nicht. Globale Überkapazitäten in der Solarbranche und das damit verbundene Preisdumping bei Modulen dürften die Absatzpreise weiter sinken lassen. Der Umsatz werde voraussichtlich weiter zurückgehen. Der Vorstand schätzt die Risikolage des Konzerns als hoch, aber beherrschbar ein.

Wegen der aktuell schwierigen Rahmenbedingungen im Solarmarkt könne der Absatz nicht eingeschätzt werden. Der Verkauf von Wafern, der Kernbausteine von Solaranlagen, dürfte zurückgehen. Die Modulabsatzmenge will Solarworld aber steigern, auch durch die Erschließung neuer Auslandsmärkte. Dies soll dazu beitragen, die Ebit-Marge trotz sinkender Modulpreise langfristig zu stabilisieren.

Hoffen auf Handelswaffen

Der harte Wettbewerb hatte sowohl in Deutschland als auch den USA Unternehmen der Solarbranche in die Insolvenz getrieben. In den USA mussten Evergreen und Solyndra die Waffen strecken. Hierzulande gingen Solon, Solar Millennium und Solarhybrid in die Pleite, Branchengrößen wie Conergy oder Q-Cells kämpfen ums Überleben.

Als Antwort auf einen ruinösen Preiswettbewerb der Konkurrenz setzt sich Solarworld für Strafzölle auf Importe chinesischer Solarmodule ein. In den USA hat die US-Tochter von Solarworld bereits einen kleinen Etappensieg errungen: Das US-Handelsministerium verhängte vorläufige Strafzölle auf Solarmodule chinesischer Herkunft zwischen 2,9 Prozent etwa für Weltmarktführer SunTech und 4,73 Prozent für Trina Solar, einen anderen chinesischen Solar-Konzern. Die Branche hatte jedoch auf deutlich größere Strafaufschläge von über 100 Prozent gehofft.

Dividende trotz Verlusten

Im vergangenen Jahr hatten Abschreibungen und Wertberichtigungen unter anderem auf technologisch überholte Produktionsanlagen Solarworld in die roten Zahlen stürzen lassen. Das Ebit brach wegen hoher Abschreibungen auf das Sachanlagevermögen und Wertberichtigungen im Umlaufvermögen auf minus 233 Mio. Euro ein.

Der Umsatz aus fortgeführten Aktivitäten sank auf 1,05 von 1,30 Mrd. Euro. Unterm Strich blieb 2011 ein tiefroter Konzernverlust von 299,3 Mio. Euro, nach einem Gewinn von gut 87 Mio. Euro im Vorjahr. Trotzdem will das Unternehmen noch eine Dividende von 9 Cent zahlen, nach 19 Cent vor einem Jahr. Am Aktienmarkt kommen Ergebnisse und Prognosen nicht gut an. Die Papiere von Solarworld zählen im Technologieindex TecDax zu den größten Verlierern.

Quelle: n-tv.de

Video-Empfehlungen
Empfehlungen