Wirtschaft
Solar-Unternehmer aus Leidenschaft: Frank Asbeck.
Solar-Unternehmer aus Leidenschaft: Frank Asbeck.(Foto: picture alliance / dpa)

"Wir werden alles tun": Solarworld leuchtet tiefrot

Frank Asbeck hat es derzeit nicht einfach: Der prominente Fürsprecher der deutschen Solarindustrie muss den Aktionären unangenehme Perspektiven vorstellen. Solarworld rutscht tiefer in die Verlustzone als von Experten erwartet.

Der Preisverfall ist kaum aufzuhalten: Für das laufende Jahr war eigentlich die Rückkehr in die schwarzen Zahlen geplant.
Der Preisverfall ist kaum aufzuhalten: Für das laufende Jahr war eigentlich die Rückkehr in die schwarzen Zahlen geplant.(Foto: picture alliance / dpa)

Für Solarworld sieht es düster aus: Der Preisverfall in der Solar-Branche macht dem einstigen Marktführer schwer zu schaffen. In den ersten neun Monaten verbuchte Solarworld trotz Absatzsteigerungen einen Umsatzeinbruch. Im Ergebnis fielen die Zahlen tiefrot aus.

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Konzernchef will mit weiteren Kostensenkungen und Einsparungen beim Personal gegensteuern. Er kündigte zudem für das Gesamtjahr einen deutlichen Umsatzrückgang an und warnte vor einem "deutlich" negativen operativen Ergebnis (Ebit).

In der Bilanz für das Jahr 2011 hatte der Bonner Konzern bei einem Umsatz von rund einer Milliarde Euro ein Ebit von minus 233 Mio. Euro verbucht.

In den ersten neun Monaten des laufenden Jahres sank der Umsatz um 37,7 Prozent auf 468,9 Mio. Euro, während der Absatz von Modulen und Bausätzen um 13,3 Prozent auf 431 Megawatt zulegte. Operativ rutschte Solarworld mit 189,6 Mio. Euro ins Minus nach einem Gewinn von 89,7 Mio. Euro vor Jahresfrist.

Ein weiteres Jahr in Rot?

Unter dem Strich lag der Verlust bei 69 (Vorjahr: minus 10,9) Mio. Euro und damit um fast 20 Mio. Euro höher, als von Analysten erwartet. Die Anleger reagierten entsprechend enttäuscht: Die ohnehin gebeutelte Aktie notierte zeitweise mit 1,18 Euro über 4 Prozent im Minus.

Mit dem sich abzeichnenden Fehlbetrag im laufenden Jahr würde der einstige Branchenprimus bereits das zweite Mal in Folge einen Jahresverlust ausweisen.

Das ist noch nicht alles: Solarworld-Chef Asbeck wies auf Probleme hin, die dem Konzern im Fall eines weiteren Rückgangs der liquiden Mittel im Zusammenhang entstünden. Größtes Risiko seien dabei etwaige Projektverzögerungen. Bis Ende September waren die sofort verfügbaren Mittel bei Solarworld um 60 Prozent auf 232,2 Mio. Euro gefallen.

Asbeck beklagte neben dem anhaltenden Preisverfall bei Solarmodulen, dass sich das Dachanlagengeschäft im dritten Quartal nicht belebt habe. Das Angebot habe die Nachfrage bei weitem überstiegen, die Produktion in Deutschland und den USA sei nicht ausgelastet gewesen.

Im Aktionärsbrief versprach Asbeck den Anteilseignern: "Wir werden alles dafür tun, dass Solarworld die schwierige Konsolidierungsphase übersteht."

Quelle: n-tv.de

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