Wirtschaft
Der Vorstandsvorsitzende von Solarworld Frank Asbeck:Anleihegläubiger des schwer angeschlagenen Solarmodulherstellers stimmern dem Rettungskonzept mit großer Mehrheit zu.
Der Vorstandsvorsitzende von Solarworld Frank Asbeck:Anleihegläubiger des schwer angeschlagenen Solarmodulherstellers stimmern dem Rettungskonzept mit großer Mehrheit zu.(Foto: picture alliance / dpa)

Weitere Gläubiger stimmen Rettungspaket zu: Solarworld nimmt locker nächste Hürde

Auch eine zweite Gläubigergruppe stimmt fast ausnahmslos dem Rettungsplan für Solarworld zu. Damit ist Vorstandschef Asbeck auf gutem Weg, den angeschlagenen Solarmodulhersteller vor der Insolvenz zu bewahren. Jetzt liegt es in der Hand der Aktionäre.

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Dem größten deutschen Solartechnikhersteller Solarworld fehlt für die eigene Rettung nur noch die Zustimmung der Aktionäre: Auch die letzten Gläubiger des Unternehmens den Sanierungsplan von Solarworld-Gründer Frank Asbeck bewilligt.

Während einer Versammlung in Bonn votierten die anwesenden Inhaber einer im Jahr 2017 auslaufenden Unternehmensanleihe mit 99,8 Prozent ihrer Stimmen für das Rettungskonzept, wie zwei Teilnehmer dem Wall Street Journal Deutschland berichteten. Am Vortag hatten schon die Inhaber einer anderen Solarworld-Anleihe ihre Zustimmung gegeben.

Die Zukunft von Solarworld hängt damit von den Aktionären ab. Sie sollen während einer außerordentlichen Hauptversammlung am Mittwoch über den Sanierungsplan entscheiden. Die Zustimmung der Aktionäre gilt als vergleichsweise unsicher, weil sie als Teil der Restrukturierung auf 95 Prozent ihres Eigentumsanteils an Solarworld verzichten sollen.

Einen Großteil der Aktien sollen in Zukunft die Gläubiger halten, die nach dem Rettungsplan im Gegenzug auf rund 55 Prozent ihrer Forderungen verzichten.

Lehnen die Aktionäre den Verzicht ab, droht Solarworld die Insolvenz. Dem Unternehmen blieben nach einem Votum gegen die Sanierung drei Tage Zeit, um über den Gang zum Insolvenzrichter zu entscheiden, hatte jüngst Finanzvorstand Philipp Koecke gesagt.

Derzeit nämlich ist für Solarworld im Geschäft mit Solarmodulen nichts zu verdienen. Die Preise sind angesichts enormer Überkapazitäten in Asien stark gesunken. Noch dazu fällt es dem Unternehmen zunehmend schwer, Kunden von den eigenen Produkten zu überzeugen. Vor dem Hintergrund sind die flüssigen Mittel von Solarworld in den vergangenen Monaten deutlich geschrumpft: Zum Ende der ersten Jahreshälfte hatte der Solarkonzern noch rund 162 Millionen Euro in der Kasse, nach 224 Millionen Euro zum Ende des Jahres 2012.

Quelle: n-tv.de

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