Lithium aus deutschen Landen?Solarworld sucht in Sachsen

Die Schätze im Boden unter dem Erzgebirge könnten schon bald zum wichtigsten Rohstofflager der deutschen Automobilindustrie aufsteigen. Solarworld-Konzern Frank Asbeck will mit seinem TecDax-Konzern ins Bergbaugeschäft einsteigen.
Der Solarkonzern Solarworld will sich für die Entwicklung von Batterien für Elektrofahrzeuge den wichtigen Rohstoff Lithium sichern. Der Bonner Konzern hat eigenen Angaben zufolge bereits die Erlaubnis beantragt, die Vorkommen des Leichtmetalls im Osterzgebirge erkunden zu dürfen. Einzelheiten wolle Solarworld erst mit der erhofften Genehmigung der Bergbaubehörden bekanntgeben.
Solarworld hat sich die Entwicklung von Batterien zur Speicherung von Solarstrom auf die Fahne geschrieben. Damit soll den Kunden der Eigenverbrauch von Ökostrom schmackhaft gemacht und die Abhängigkeit von staatlichen Förderungen verringert werden. Vor gut zwei Jahren hatte Solarworld-Chef Frank Asbeck mit dem durchaus ernst gemeinten Vorhaben überrascht, die damals zum Verkauf stehenden GM-Tochter Opel übernehmen zu wollen.
Da Lithium in Batterien für Elektroautos, zur Speicherung von Solarstrom oder etwa auch in Laptops gebraucht wird, rechnen Experten mit einem rasanten Anstieg der Nachfrage nach dem Alkalimetall. Nach den Vorstellungen der Bundesregierung sollen bis 2020 eine Millionen Elektroautos auf deutschen Straßen fahren. Noch sind die Akkus aber für einen wirtschaftlichen Einsatz zu schwach, zu teuer und häufig auch zu unsicher.
Die Bergakademie Freiberg in Sachsen hat ein Programm aufgelegt, um neue Technologien für Lithium-Ionen-Batterien zu erforschen und steht in engem Kontakt zur Solarbranche, die sich in der Region angesiedelt hat. Solarworld-Chef Asbeck ist Ehrendoktor der Technischen Universität.