Wirtschaft
Blick zum Photovoltaikdach im Lichthof des neuen Verwaltungsgebäudes des Solartechnikherstellers SMA
Blick zum Photovoltaikdach im Lichthof des neuen Verwaltungsgebäudes des Solartechnikherstellers SMA(Foto: picture-alliance/ dpa)

"Das Reh kommt zurück": Solarworld und SMA hoffen auf 2014

Das vergangene Jahr will Solarworld einfach nur abhaken. Auch SMA Solar blickt nicht gern zurück. 2014 soll daher alles besser werden. Solarworld spricht sogar von einer "Trendwende".

Die krisengeschüttelte deutsche Photovoltaik-Branche sieht nach dem Katastrophenjahr erste Lichtblicke. Solarworld geht nach seiner scharfen Restrukturierung die Trendwende geschafft. SMA Solar hofft auf wieder anziehende Geschäfte.

Der Einbruch im europäischen Solarmarkt drückte SMA Solar tief in die roten Zahlen. Erstmals habe das Unternehmen einen hohen Jahresfehlbetrag verbuchen müssen, sagte SMA-Chef Pierre-Pascal Urbon. Unter dem Strich blieb 2013 ein Verlust von rund 67 Millionen Euro nach einem Gewinn von 75,1 Millionen Euro im Vorjahr. Durch den Nachfragerückgang in Europa und den hohen Preisdruck reduzierte sich der Umsatz des TecDax-Unternehmens um 36,3 Prozent auf 932,5 Millionen Euro.

Zwar stieg 2013 weltweit die Nachfrage nach Solarstromanlagen um 25 Prozent auf 40 Gigawatt - vor allem in China und Japan. Dort allerdings gebe es erhebliche Barrieren beim Marktzugang. In Europa aber schrumpfte der Markt auf die Hälfte. Dies führte dazu, dass der SMA-Marktanteil auf 13 Prozent zurückging.

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SMA habe mit dem Kauf des chinesischen Unternehmens Zerversolar seine globale Präsenz erhöht, betonte Urbon. «Wir können jetzt auch den chinesischen Markt bedienen», sagte er. Die Auslandsmärkte müssten aber noch besser bearbeitet werden. Zudem werde eine strategische Partnerschaft mit dem dänischen Konzern Danfoss angestrebt, um Einkaufskosten zu sparen.

Für das zu Ende gehende erste Quartal 2014 erwartet SMA einen Umsatz von 170 Millionen bis 200 Millionen Euro nach 212 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Beim operativen Ergebnis (Ebit) geht der Vorstand nach minus 8 Millionen Euro im ersten Quartal 2013 in diesem Jahr von bis zu minus 25 Millionen Euro aus.

SMA-Aktie unter Abgabedruck

Im Gesamtjahr will SMA, nach eigenen Angaben Weltmarktführer bei Photovoltaik-Wechselrichtern, einen Umsatz von 1,0 Milliarde bis 1,3 Milliarden Euro erreichen und dabei ein ausgeglichenes Ergebnis und "im besten Fall" ein Plus von 20 Millionen Euro erwirtschaften.

Die Anleger zogen sich aus den Papieren zurück. Der Kurs fiel zeitweise fast 8 Prozent auf unter 42 Euro. "Die Aktie ist sehr gut gelaufen, ich rechne mit Gewinnmitnahmen", so ein Händler zum Geschäftsausweis von SMA Solar. Ein Blick auf die Kursentwicklung zeige, dass mit einem Plus von 94 Prozent seit Anfang des Jahres bereits sehr viel Optimismus in der Aktie eingepreist sei.

"Vertrauen ist zurück" bei Solarworld

Solarworld hat nach eigenen Angaben die schlechtesten Zeiten hinter sich: Der Absatz steige wieder deutlich, sagte Finanzvorstand Philipp Loecke. "Das Vertrauen ist zurück." 43 Prozent der für das ganze Jahr geplanten Solaranlagen von 820 Megawatt seien bereits verkauft. Das Ziel eines deutlichen Umsatzwachstums auf 680 Millionen nach 456 Millionen im Vorjahr werde voraussichtlich erreicht. "Der Kunde ist ein scheues Reh, aber das Reh kommt durchaus auch zurück", sagte Firmenchef Frank Asbeck.

Das Unternehmen bestätigte seine Prognose, nach der für 2015 wieder mit operativen Gewinnen (Ebit) zu rechnen sei. Der Konzern hatte mit der Restrukturierung seine Schulden um mehr als die Hälfte auf 427 Millionen Euro verringert.

Quelle: n-tv.de

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