Wirtschaft
Sony darf seine PS4 nun auch in China anbieten.
Sony darf seine PS4 nun auch in China anbieten.(Foto: REUTERS)

Lukrativer und schwieriger Markt: Sony will auch Chinas Daddler beglücken

Nach dem Ende des Verkaufsverbots für Konsolen in China drängen die Branchenriesen auf den Markt. Doch die Vorgaben der chinesischen Regierung sind streng. Allerdings gehören die Konsolen zu Sonys Prunkstücken - und der Konzern braucht Erfolge.

Der kriselnde japanische Elektronik-Riese Sony will in den vielversprechenden aber schwierigen chinesischen Markt für Spielekonsolen einsteigen. Der Konzern wird mit der staatlichen Shanghai Oriental Pearl Group zwei Gemeinschaftsunternehmen gründen, um Konsolen in China produzieren und verkaufen zu können. Beide Joint Ventures sollen in der Freihandelszone Schanghai angesiedelt sein.

China hatte vergangenen September das Verkaufsverbot für Konsolen aufgehoben, dass seit mehr als einem Jahrzehnt in Kraft war. Hersteller wie Sony, Microsoft oder Nintendo hatten daraufhin aufgeatmet. Allerdings hat Peking den Unternehmen strikte Vorgaben gemacht, um ihre Konsolen auf den Massenmarkt verkaufen zu können. So müssen sie eine Produktion in der Freihandelszone aufbauen und bei der Vermarktung Verhandlungen und langwierige bürokratische Prozesse in Kauf nehmen, um die Verkaufserlaubnis zu erhalten.

Chinesen trotzen Verbot

Der chinesische Markt hat erhebliches Potenzial. Viele Chinesen spielen trotz des Verkaufsverbots auf ihren Computern Videospiele,. Dies führte bereits zu einer regelrechten Video-Spiel-Kultur, bei der Tausende gemeinsam online spielen. Konsolen können dabei über den Schwarzmarkt gekauft werden, bei denen bereits beliebte Spiele vorinstalliert sind.

Microsoft hatte unmittelbar nach der Ankündigung im September 237 Millionen US-Dollar in ein Joint Venture mit der BesTV New Media investiert. Das Unternehmen ist eine Tochter der staatliche kontrollierten Shanghai Media Group.

Konsolen-Sparte ist Sonys Lichtblick

Für den Sony-Konzern läuft es abgesehen von dem Konsolengeschäft derzeit alles andere als gut. Verbraucher greifen häufiger bei Produkten der ewigen Rivalen Apple und Samsung zu. Langjährige Sony-Beobachter machen eine beunruhigende Tendenz aus: Zwei Jahre nach Amtsantritt ist Konzernchef Kazuo Hirai immer noch eher damit beschäftigt, Fehler auszumerzen, als an neuen Bestseller-Produkten zu arbeiten. Für das gerade begonnene Geschäftsjahr rechnet der Konzern erneut mit einem Verlust.

Bei den vielen Baustellen der Japaner sticht der Bereich Spielekonsole allerdings positiv hervor. Die Playstation 4, die im November auf den Markt gekommen ist, soll im laufenden Jahr nach Erwartungen des Unternehmens 17 Millionen Mal über die Ladentische gehen, nach 14,6 Millionen im Vorjahr.

Quelle: n-tv.de

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