Wirtschaft
Beweist den jungen Hasen, dass er es noch kann: George Soros verfügt über reichlich Gespür und Einsatz.
Beweist den jungen Hasen, dass er es noch kann: George Soros verfügt über reichlich Gespür und Einsatz.(Foto: REUTERS)

Hedgefonds sahnen in Japan ab: Soros spekuliert mit dem Yen

Mit einer gewagten Anlageentscheidung beweist Multimilliardär Soros, dass er das Handwerkszeugs der Hedgefondsbranche immer noch bestens beherrscht. In einem Alter, in dem selbst Päpste an den Rücktritt denken, setzt er große Summen auf einen Kursverfall beim Yen.

Der US-Großinvestor George Soros hat einem Bericht des "Wall Street Journal" zufolge bei der jüngsten Abwertung des Yen rund eine Milliarde Dollar verdient. Soros habe mit seinen Fonds auf eine Abschwächung der japanischen Währung spekuliert und damit Erfolg gehabt, berichtete das Blatt unter Berufung auf nicht näher genannte Informanten.

Der Yen hatte zwischen November und Anfang Februar fast 20 Prozent seines Wertes zum Dollar eingebüßt, weil die japanische Notenbank eine extrem lockere Geldpolitik fährt, um die hartnäckige Deflation zu bekämpfen. Dabei wird eine Yen-Abwertung zumindest bewusst in Kauf genommen.

Vollkommen alleine steht der 82-jährige Starinvestor mit seinem Erfolg allerdings nicht da: Der Zeitung zufolge haben auch viele andere Hedgefonds mit ähnlichen Strategien Geld verdient. Details zu deren Gewinnen nannte das Blatt nicht.

Den richtigen Riecher

Mit Devisenspekulationen kennt sich George Soros erwiesenermaßen aus: Sein Ruf als Investment-Legende beruht auf riskanten und letztlich überaus erfolgreichen Wetten auf Währungsbewegungen.

Ein Coup, der ihn über die Welt der Devisenmärkte und Hedgefonds hinaus bekannt machte, gelang ihm zum Beispiel im Jahr 1992, als er mit seinem Quantum Funds im ganz großen Stil gegen das britische Pfund setzte und gewann.

Die umstrittene Aktion brachte ihm ein Vermögen ein - und in manchen Kreisen auch den ehrfürchtig-anerkennenden Beinamen "Der Mann, der die Bank of England knackte".

Die "Abenomics" verstanden?

Die neue japanische Regierung unter Ministerpräsident Shinzo Abe versucht derzeit, die anhaltende Schwäche mit massiven Stimulierungsmaßnahmen zu überwinden. Parallel zu den insgesamt etwa 20 Billionen Yen (rund 159 Mrd. Euro) schweren Konjunkturprogrammen übt die Regierung in Tokio erheblichen Einfluss auf die Geldpolitik der japanischen Notenbank aus.

International ist dieses Vorgehen hoch umstritten: Experten sprechen angesichts der Mischung aus Stimulus-Ansätzen und einer extrem lockeren Geldpolitik mittlerweile von "Abenomics". Kritiker sehen Abes großzügigen Stimuli mit Sorge: Schon jetzt ächzt der japanische Staatshaushalt unter einer Staatsschuldenquote von 235 Prozent.

Energie Krisenstrategie

Premier Abe selbst erhofft sich dank dieser Maßnahmen einen deutlichen Wachstumsschub. Die offizielle Wachstumsprognose für das am 1. April beginnende Steuerjahr 2013/2014 wurde erst kürzlich kräftig auf real 2,5 Prozent angehoben. Die Vorgängerregierung war im August noch von einem Wachstum um 1,7 Prozent ausgegangen.

Nach dem dritten Quartal des Fiskaljahres 2012/2013 sieht sich die Regierung in Tokio zunächst allerdings mit einem weiteren Dämpfer konfrontiert: Das Bruttoinlandsprodukt reduzierte sich zwischen Oktober und Dezember um eine hochgerechnete Jahresrate von 0,4 Prozent. Ökonomen hatten mit einem leichten Wachstum gerechnet. Im Vergleich zum Vorquartal schrumpfte Japans Wirtschaft um 0,1 Prozent.

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Quelle: n-tv.de

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