Wirtschaft

Gefährlicher deutscher Sparkurs: Soros warnt vor Euro-Kollaps

Das Vermögen von George Soros wird vom US-Magazin Forbes auf rund neun Mrd. US-Dollar geschätzt.
Das Vermögen von George Soros wird vom US-Magazin Forbes auf rund neun Mrd. US-Dollar geschätzt.(Foto: REUTERS)

Der US-Starinvestor George Soros sieht in der deutschen Sparpolitik eine Bedrohung für Europa. "Deutschland bringt die Europäische Union dadurch in Gefahr, dass es auf seine pro-zyklische Politik besteht. Ich bin mir bewusst, dass dies eine harte Anschuldigung ist. Ich fürchte aber, dass sie gerechtfertigt ist", sagte der Milliardär in einer Rede an der Berliner Humboldt-Universität. Durch die Senkung des Haushaltsdefizits und den Widerstand gegen höhere Gehälter zum Ausgleich für den Rückgang der Kaufkraft des Euro erschwere Deutschland es den anderen Ländern zudem, ihre Wettbewerbsfähigkeit zurückzugewinnen.

Soros bezeichnete den Euro als klare Fehlkonstruktion. Der Euro sei von Anfang an unvollkommen gewesen, da der Maastricht-Vertrag der EU eine Währungsunion ohne einen politischen Zusammenschluss ins Leben gerufen habe. Europa müsse die Schwierigkeiten überwinden und dann die Struktur des Euro stärken, mahnte er Milliardär. Es sollte möglich sein, den Euro als Währung zu erhalten.

In der "Zeit" hatte Soros gewarnt, dass man einen Kollaps des Euro nicht ausschließen könne. "Wenn die Deutschen ihre Politik nicht ändern, wäre ihr Austritt aus der Währungsunion für den Rest Europas hilfreich." Deutschland zwinge dem Rest der Währungsunion eine falsche Wirtschaftspolitik auf, indem es auf den Abbau der Staatsverschuldung beharre, sagte Soros, der Anfang der 90er Jahre erfolgreich gegen das britische Pfund gewettet hatte. Damit trieben die Deutschen ihre Nachbarn in eine Deflation. Es drohe eine lange Phase der Stagnation und damit Nationalismus, soziale Unruhen und Fremdenfeindlichkeit.

Im Kampf gegen die Krise in Südeuropa sollten die Banken besser mit Kapital ausgestattet werden, sagte Soros. "In Wahrheit haben wir es in Europa nicht mit einer Krise der Währungen oder der Staatshaushalte zu tun, wie viele meinen, sondern mit einer Bankenkrise."

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Quelle: n-tv.de

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