Wirtschaft
Sovello steht nun zum Verkauf. Doch Investoren sind rar gesät.
Sovello steht nun zum Verkauf. Doch Investoren sind rar gesät.(Foto: dpa)

Weitere Solarfirma im Dunkeln: Sovello stellt Produktion ein

Das nächste Solarunternehmen steht am Abgrund. Nach wochenlanger Unsicherheit erfahren die Beschäftigten von Sovello, dass sie sich einen neuen Job suchen sollten. Das insolvente Unternehmen, das einst aus Teilen von Q-Cells hervorging, hatte noch versucht, mit einer Transfergesellschaft neu durchzustarten.

Der insolvente Solarkonzern Sovello wird seine Produktion nach Angaben von Insolvenzverwalter Lucas Flöther vorerst komplett stilllegen und allen rund 1000 Beschäftigten kündigen. Er werde die Belegschaft am Dienstagnachmittag offiziell über die Entscheidung informieren, sagte Flöther der dpa und bestätigte damit einen Bericht der "Mitteldeutschen Zeitung". Die Maschinen würden bis auf den sogenannten Standby-Betrieb heruntergefahren, um sie betriebsbereit zu halten. "Die finanzielle Lage des Unternehmens macht diesen Schritt leider erforderlich", sagte Flöther der Zeitung.

"Für die Beschäftigten ist es eine existenzielle Katastrophe", sagte der Bezirksleiter der Gewerkschaft IG BCE, Erhard Koppitz, dem Blatt. Die Gewerkschaft wolle nun durch die Vermittlung von Betrieben bei der Jobsuche helfen.

Auch nach der Betriebsstilllegung will der Verwalter die Investorensuche dem Bericht zufolge fortsetzen. "Der Verkaufsprozess läuft", sagte Flöther. Trotz Kündigung werden aber offenbar über hundert Mitarbeiter nicht freigestellt. Sie sollen den Vertrieb aufrecht und die Anlagen produktionsbereit halten. Bereits Ende Juli war 500 der tausend Mitarbeiter von der ehemaligen Geschäftsführung gekündigt worden. Die erneute Kündigung dieser Mitarbeiter sei eine rechtliche Vorsichtsmaßnahme, hieß es.

Neuanfang gescheitert

Sovello hatte Mitte Mai Insolvenz beantragt. Der Plan, rund 500 Mitarbeiter und damit die Hälfte der Belegschaft in einer Transfergesellschaft unterzubringen und mit dem Rest einen Neuanfang zu versuchen, scheiterte an der Finanzierung. Eine Insolvenz in Eigenverantwortung hatte das Amtsgericht zuvor schon abgelehnt.

Die deutsche Solarbranche steckt in einer tiefen Krise. Als Auslöser gelten der Preisdruck durch Billig-Konkurrenz aus China und sinkende Subventionen. An vielen Orten wird nach Investoren gesucht, doch Geldgeber sind kaum in Sicht. Unternehmen wie Q-Cells und Solarwatt erwischte die Krise ebenso wie die Schüco International KG, die Produktion, Forschung und Entwicklung an ihren Dünnschicht-Standorten noch in diesem Jahr aufgeben will.

Sovello ist eine Abspaltung von Q-Cells und produziert Solarzellen in einem speziellen Verfahren, das als besonders energieschonend gilt. Auf dem Gelände von "Solar Valley" in Bitterfeld-Wolfen sind mehrere Firmen der Solarindustrie ansässig, das Areal an der Autobahn 9 (Berlin-München) galt bisher als der größte Standort seiner Art in Europa. Q-Cells hatte mit 1300 Mitarbeitern Insolvenz anmelden müssen und arbeitet derzeit an einem Neustart.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen