Wirtschaft

Sparkurs auf dem Prüfstand: Spanien droht mit Abkehr

Das rigide Sparen würgt die spanische Konjunktur ab. Deshalb erwägt die Regierung in Madrid eine Lockerung der Defizitziele für die kommenden Jahre. Wirtschaftsminister de Guindos fordert eine bessere Balance zwischen der Defizitsenkung und wirtschaftlichem Wachstum.

Luis de Guindos
Luis de Guindos(Foto: picture alliance / dpa)

Spanien dürfte bei der Vorstellung seines neuen Haushaltsplans Ende dieser Woche von seinem strikten Defizitziel abrücken und mehr Augenmerk auf das Wachstum legen. Das wäre auch ein Zeichen dafür, dass der aggressive Sparkurs in Europa zunehmend bröckelt.

Wie der spanische Wirtschaftsminister Luis de Guindos nach einem Treffen mit den Finanzministern der G20-Staaten mitteilte, verhandelt seine Regierung gerade offiziell mit der EU über eine Lockerung der Defizitziele für die nächsten Jahre. Diese verpflichten Spanien, die Neuverschuldung im Jahr 2014 auf unter 3 Prozent des Bruttoinlandsproduktes zu drücken. Am kommenden Freitag wird die konservative Regierung in Madrid ihre neuen Haushaltsziele vorstellen.

Bei dem G20-Finanzministertreffen war das Wachstum in der EU ein wichtiges Thema. Die EU hat Spanien und einer Reihe anderer Länder schon Zugeständnisse bei der Erreichung der Defizitziele gemacht und angedeutet, dass sie in diesem Jahr zu ähnlichen Lockerungen bereit wäre. Ein solcher Vorstoß würde Spanien mehr Zeit geben, sein Staatsdefizit - eines der größten in Europa - zu senken.

Wirtschaft schrumpft weiter

Jetzt gehe es darum, "eine bessere Balance zwischen der Defizitsenkung und wirtschaftlichem Wachstum herzustellen", sagte der Wirtschaftsminister. Schon die Defizitkürzung des vergangenen Jahres habe das Vertrauen in die spanische Finanzlage gesteigert, sagte er weiter und fügte hinzu: "Die Hauptsorge institutioneller Investoren in Spanien ist zurzeit das Wirtschaftswachstum."

Laut de Guindos rechnet die spanische Regierung damit, dass die spanische Wirtschaftsleistung in diesem Jahr um bis zu 1,5 Prozent schrumpfen wird. Im nächsten Jahr soll es "leichtes" Wachstum geben.

Quelle: n-tv.de

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