Wirtschaft
Die Springer-Aktionäre sorgen sich um die Zukunft: Matthias Döpfner muss sich etwas einfallen lassen.
Die Springer-Aktionäre sorgen sich um die Zukunft: Matthias Döpfner muss sich etwas einfallen lassen.(Foto: picture alliance / dpa)

Krise auf dem Zeitungsmarkt: Springer sägt an der "Bild"

Das Leseverhalten der Deutschen ändert sich schneller als den großen Verlagskonzernen lieb sein kann: Immer mehr Nutzer wandern mit ihren Tablets und Smartphones ins Internet ab. Die Auflage der "Bild"-Zeitung schmilzt dahin. Angeblich drohen nun tiefe Einschnitte.

Der Medienkonzern Axel Springer zieht einem Bericht zufolge Konsequenzen aus der Flaute auf dem Zeitungsmarkt und plant massive Einsparungen sowie einen Stellenabbau bei seinem Flaggschiff, dem Boulevardblatt "Bild".

Es gehe um ein Einsparvolumen von 20 Mio. Euro, zitiert der "Spiegel" nicht näher genannte Informanten aus dem Umfeld des Unternehmens. Bei der "Bild"-Gruppe könnten demnach 170 bis 200 Arbeitsplätze wegfallen. Zugleich würden strukturelle Änderungen geprüft. In der Diskussion sei, den Lokalteil der Berliner "Bild" zusammen mit der "B.Z." zu erstellen oder die "B.Z" mit der "Bild Berlin-Brandenburg" zusammenzuführen, hieß es.

Ein solcher Plan erscheint Beobachtern plausibel: Mit Redaktionsgemeinschaften kennt sich Springer aus - dies gibt es bereits bei der "Welt"-Gruppe, dem "Hamburger Abendblatt" und der "Berliner Morgenpost".

Ein Springer-Sprecher bezeichnete die Zahlen zu Sparplänen und Personalabbau als falsch und ohnehin als zu hoch. Zugleich bestätigte er, dass Stellenstreichungen in verschiedenen Szenarien geprüft würden und es noch keine Entscheidungen dazu gebe. Er betonte, dass infolge der Digitalisierung in anderen Bereichen Stellen geschaffen würden.

"Bild"-Leser sollen zahlen

Für den "Welt"-Onlineauftritt hatte Springer zuletzt ein Bezahlmodell eingeführt. Dies ist auch für die "Bild" vorgesehen. Zudem wird Springer ab der Fußball-Bundesligasaison 2013/14 die Höhepunkte der jeweiligen Spieltage digital anbieten. Die Zusammenfassung soll kostenpflichtig sein.

Indirekt deuten die Äußerungen des Springer-Sprechers auf einen Richtungswechsel hin. Im März hatte Springer-Chef Mathias Döpfner noch betont: "Es gibt kein Stellenabbau-Programm." Für die Finanzierung von Strukturanpassungen im Gesamtkonzern soll der Berliner Verlagskonzern laut "Spiegel" fürs laufende Jahr 50 Mio. Euro zurückgestellt haben.

Rückläufige Auflage

Springer verlagert angesichts rückläufiger Printauflagen und damit sinkender Anzeigenerlöse sein Geschäftsmodell immer stärker ins Netz. Allein die Auflage der langjährigen Springer-Kassenschlager "Bild" und "BZ" brach im ersten Quartal um 8 Prozent ein.

"Der Jahresauftakt im Printgeschäft war nicht einfach", gab Döpfner bei der Vorstellung der Quartalszahlen zu. Derzeit beschäftigt Springer rund 14.600 Mitarbeiter, wie viel für die "Bild"-Zeitung arbeiten, gibt der Konzern nicht bekannt.

Quelle: n-tv.de

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