Sonntag, 27. September 2009
Fast ein Fünftel weniger: Staat bezahlt Frauen schlechter
80 Prozent aller Teilzeitbeschäftigten sind Frauen.
(Foto: picture-alliance/ dpa)
Beamtinnen verdienen in Deutschland einer Studie zufolge deutlich weniger als ihre männlichen Kollegen. Das Einkommen von Frauen im Staatsdienst liege 18,7 Prozent unter dem von Männern, berichtete die "Welt" unter Berufung auf eine Studie des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB). Besonders stark ist das Einkommensgefälle demnach im mittleren und höheren Dienst, wo es bei 23,2 beziehungsweise 22,6 Prozent liege.
Die ungleiche Bezahlung liegt den Autoren der Studie zufolge zu einem Großteil an der hohen Teilzeitquote der Frauen unter den Beamten. Fast die Hälfte der Beamtinnen und Richterinnen seien teilzeitbeschäftigt. Der Frauenanteil an den Teilzeitbeschäftigten betrage 80 Prozent.
Aber auch unter Vollzeitbeschäftigten bleibt eine Lohndifferenz bestehen: Alle vollzeitbeschäftigten Beamten zusammengefasst, verdienten Beamtinnen immer noch 7,7 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen. Im gehobenen Dienst sind es demnach sogar 12,2 Prozent weniger, im mittleren Dienst liegt der Unterschied bei 11,6 Prozent, unter Richterinnen und Richtern beträgt er 10,5 Prozent.
Kaum Frauen in Führungspositionen
Beamtinnen stiegen zwar in den gleichen Ämtern ein, heißt es laut "Welt" in der Studie. Nach zehn, spätestens aber nach 20 Jahren hätten die Männer ihre Kolleginnen um ein bis zwei Besoldungsgruppen hinter sich gelassen. Dass Frauen kaum in Führungspositionen aufrückten, sei ein Beleg für eine "Kultur männlich dominierter Führung im öffentlichen Dienst", urteilen die Arbeitnehmervertreter.
"Öffentliche Arbeitgeber sollten als leuchtendes Vorbild vorangehen, wenn es um die Gleichstellung von Mann und Frau geht", kritisierte die stellvertretende DGB-Vorsitzende Ingrid Sehrbrock. Das Gegenteil sei aber der Fall.
AFP
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