Wirtschaft
Funke handelte zuletzt als Makler mit Luxusimmobilien.
Funke handelte zuletzt als Makler mit Luxusimmobilien.(Foto: dpa)

HRE-Drama: Staatsanwalt erhebt Anklage gegen Funke

Der Beinahe-Zusammenbruch der Hypo Real Estate ist eines der dramatischsten Kapitel der Finanzkrise. Ex-Konzernchef Funke weist jede Verantwortung dafür zurück - doch die Staatsanwaltschaft sieht das anders.

Die Staatsanwaltschaft München hat gegen den früheren Vorstandschef der Immobilienbank Hypo Real Estate (HRE), Georg Funke, und sieben weitere ehemalige Vorstände Anklage erhoben. Wegen unrichtiger Darstellung in der Konzernbilanz 2007 und der Halbjahresbilanz Mitte 2008 soll ihnen der Prozess gemacht werden, wie die Ermittlungsbehörde mitteilte.

Einem ehemaligen HRE-Finanzvorstand wirft sie auch Marktmanipulation bei einer Investorenkonferenz vor. Dagegen stellte sie die Ermittlungen wegen Verdachts der Untreue beim Erwerb der irischen Depfa-Bank sowie falscher Ad-hoc-Mitteilungen im Januar und September 2008 ein.

Funke war im Oktober 2008 als Vorstandschef zurückgetreten, nachdem die HRE fast zusammengebrochen war und mit Steuergeldern in Milliardenhöhe gerettet werden musste. Die Bank wurde dann vom Bund verstaatlicht. Nach seinem Abgang bei der HRE war Funke von München nach Mallorca gezogen. Dort handelte er als Makler mit Luxusimmobilien und wehrte sich aus der Ferne gegen den Vorwurf, für das HRE-Drama verantwortlich gewesen zu sein. Im Zivilprozess um Schadenersatzforderungen ehemaliger Aktionäre sagte er nicht aus.

Der Beinahe-Zusammenbruch der Hypo Real Estate war eines der dramatischsten Kapitel der Finanzkrise. Investoren werfen dem Management des Immobilienfinanzierers vor, die Öffentlichkeit in den Jahren 2007 und 2008 über die desaströse Lage des Instituts getäuscht zu haben. Die Staatsanwaltschaft ermittelte bereits seit Februar 2008 gegen den gesamten ehemaligen HRE-Vorstand um den damaligen Chef Funke.

Quelle: n-tv.de

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