Wirtschaft
Die Staatsanwaltschaft will den Fall von Klaeden nicht so einfach zu den Akten legen.
Die Staatsanwaltschaft will den Fall von Klaeden nicht so einfach zu den Akten legen.(Foto: dpa)

Klaedens Wechsel zum Autokonzern: Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Daimler-Vorstand

Der umstrittene Wechsel des bisherigen Kanzleramts-Staatsministers Eckart von Klaeden zu Daimler hat für den Autobauer ein juristisches Nachspiel. Die Staatsanwaltschaft Berlin ermittelt nun gegen "Verantwortliche" des Konzerns. Bei Daimler zeigt man sich überzeugt, dass alles korrekt ablief.

Die Berliner Staatsanwaltschaft ermittelt gegen mindestens ein Mitglied aus dem Vorstand der Daimler AG. Es bestehe der Verdacht der Vorteilsgewährung im Zusammenhang mit den Ermittlungen gegen den Ex-Staatsminister im Kanzleramt, Eckart von Klaeden, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Martin Steltner. Namen wollte Steltner nicht nennen. Die "Wirtschaftswoche" hatte zuvor berichtet, Daimler-Chef Dieter Zetsche sei im Visier der Ermittler.

Daimler wies die Vorwürfe zurück: "Wir sind der festen Überzeugung, dass die Verantwortlichen der Daimler AG korrekt gehandelt haben." Daimler sei von der Integrität von Klaedens überzeugt. Das Unternehmen unterstütze die Arbeit der Staatsanwaltschaft. Der CDU-Politiker war nach der Bundestagswahl Ende September als Staatsminister abgetreten. Am 22. Oktober endete sein Bundestagsmandat, womit er auch seine Immunität vor strafrechtlicher Verfolgung verlor.

Gegen von Klaeden ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts der Vorteilannahme. Er hatte bereits im Mai angekündigt, Ende des Jahres Leiter der Abteilung Politik und Außenbeziehungen bei Daimler zu werden. Die Opposition forderte, ihn wegen Interessenskonflikten zu entlassen. Sowohl Klaeden selbst als auch die Bundesregierung und Daimler wiesen die Kritik stets zurück. Der 47-Jährige war seit Oktober 2009 Staatsminister im Kanzleramt und bat kurz nach der Bundestagswahl im September um seine Entlassung. In seiner Amtszeit bekam er auch interne Vorlagen zu Umweltauflagen für Autos zu sehen.

Quelle: n-tv.de

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