Wirtschaft
Alexander Dibelius (2008)
Alexander Dibelius (2008)(Foto: picture-alliance/ dpa)

Goldman-Sachs-Deutschlandchef bekommt Probleme: Steuerberater verwechselt Rubel und Dollar

Bei Goldman Sachs ticken die Uhren anders. Da werden Kunden als "Vollidioten" bezeichnet. Vorstandschef Blankfein selbst nennt die Arbeit von Banken "Gottes Werk". Und auch Deutschlandchef Dibelius sorgt für Negativschlagzeilen.

Video

Weiterer Imagekratzer für die weltgrößte Investmentbank? Der Steuerberater von Goldman-Sachs-Deutschlandchef Alexander Dibelius hat in dessen Steuererklärung für 2011 US-Dollar und russische Rubel vertauscht. Der Investmentbanker bekommt einen Teil seines Millionengehaltes von der US-Bank in Russland ausgezahlt, für die er auch zuständig ist. Der Steuerberater räumte in einem Reuters auszugsweise vorliegenden Schreiben an das Münchener Finanzamt ein, dass er wegen des Umrechnungsfehlers nur 19.000 Euro Gehalt angegeben habe, und nahm die Verantwortung dafür auf sich. Eigentlich hätte Dibelius mehr als eine halbe Million Euro angeben müssen.

Darüber hatte zuerst die Zeitung "Bild am Sonntag" berichtet. "Eine Selbstanzeige, wie 'BamS' berichtet, hat es nicht gegeben. Wir haben das Finanzamt auf das Versehen hingewiesen, mit der Bitte, den Umrechnungsfehler bei der nächsten erforderlichen Änderung zu berücksichtigen", erklärte der Steuerberater Peter Neumann. Auf dem Gehaltszettel sei anders als sonst der Betrag in Dollar angegeben worden. Ein Dollar kostet rund 33 Rubel.

Kein Kommentar

In Deutschland müsse Dibelius wegen des Doppelbesteuerungs-Abkommens mit Russland dafür kaum Steuern nachzahlen. "Nach unseren Berechnungen beläuft sich die aufgrund des Progressionsvorbehaltes zu entrichtende Mehrsteuer auf ca. 1000 Euro", heißt es im Schreiben des Beraters. "Die russischen Einkünfte beeinflussen in Deutschland nur den Steuersatz", erläuterte In Russland habe Goldman Sachs sein Gehalt richtig versteuert - mit nur 13 Prozent, weil Dibelius dort als "hoch qualifizierte Fachkraft" gilt und sich im fraglichen Jahr oft genug in dem Land aufhielt, um die Voraussetzungen zu erfüllen, berichtete die Zeitung. Inzwischen zahlt er dort Finanzkreisen zufolge wieder - wie in den Jahren davor - 30 Prozent Einkommensteuer. Goldman Sachs und Dibelius wollten sich nicht dazu äußern.

Die Zeitung hatte vor einer Woche berichtet, dass Dibelius den Kauf einer millionenschweren Immobilie im Londoner Stadtteil Belgravia über Briefkastenfirmen auf den Britischen Jungferninseln abgewickelt haben. Nach Darstellung seiner Anwältin sollte damit der "Erwerb der Privatimmobilie in der Londoner Innenstadt steuerrechtlich optimal" gestaltet werden.

"Der Spiegel" berichtete, einige Indizien sprächen dafür, dass die Informationen Teil der Auseinandersetzungen im Zuge der Scheidung Dibelius' von seiner Ehefrau sein könnten. Das Münchener Paar war immer wieder Thema der Klatschspalten gewesen.

Goldman Sachs kämpft seit geraumer Zeit mit einem angekratzten Image. Dafür ist die Investmentbank zum Großteil selbst verantwortlich. So sollen Goldman-Banker Kunden schon einmal als "Vollidioten" bezeichnet haben. Vorstandschef Lloyd Blankfein selbst hat die Arbeit von Banken einmal als "Gottes Werk" bezeichnet.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen