Wirtschaft
Die Tariflöhne sind in diesem Jahr im Schnitt um 3,1 Prozent gestiegen.
Die Tariflöhne sind in diesem Jahr im Schnitt um 3,1 Prozent gestiegen.(Foto: picture alliance / dpa)

Hoher Kaufkraftzuwachs: Studie: Löhne in Deutschland steigen stark an

Die Tarifgehälter in Deutschland steigen in diesem Jahr so stark wie seit Jahren nicht. Dank der niedrigen Inflation legt zugleich die Kaufkraft ordentlich zu. Einen ähnlichen Anstieg hatte es zuletzt vor dem Platzen der Internetblase gegeben.

Die Tarifgehälter in Deutschland steigen in diesem Jahr so stark wie seit 15 Jahren nicht mehr. Nach den Abschlüssen im ersten Halbjahr hat das WSI-Tarifarchiv der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung eine durchschnittliche Tarifsteigerung von 3,1 Prozent errechnet.

Dieser Wert liegt über den Vorjahren und auch deutlich oberhalb der erwarteten Inflationsrate, weshalb hohe Reallohnsteigerungen zu erwarten sind. "Die Einkommensentwicklung der tariflich Beschäftigten verläuft positiv", sagte der WSI-Leiter Reinhard Bispinck. "Die gute Konjunktur macht sich jetzt auch bei Löhnen und Gehältern bemerkbar."

Mit den steigenden Löhnen steigt auch die Kaufkraft: Denn zieht man die Inflation ab, bleibt den Arbeitnehmern immer noch etwa zwei Prozent mehr Geld. "Einen vergleichbar kräftigen Anstieg der Reallöhne gab es zuletzt 1999 vor dem Platzen der Internetblase", sagte Bispinck.

In den meisten Branchen wurden für dieses Jahr Tarifsteigerungen zwischen zwei und vier Prozent vereinbart. In der Chemieindustrie etwa beträgt das Plus 3,7 Prozent, im öffentlichen Dienst von Bund und Gemeinden 3,4 Prozent.

Quelle: n-tv.de

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