Wirtschaft
Über das RTGS werden pro Tag im Schnitt Zahlungen in Höhe von rund 350 Milliarden Euro abgewickelt.
Über das RTGS werden pro Tag im Schnitt Zahlungen in Höhe von rund 350 Milliarden Euro abgewickelt.(Foto: REUTERS)

Peinliche Technik-Panne: Systemcrash legt britische Zentralbank lahm

Ein technischer Fehler sorgt bei der Bank of England für massive Probleme bei der Abwicklung ihres Zahlungsverkehrs: Mitarbeiter müssen nun die Daten von Hand eingeben. Gerade für die Zentralbank ist der Zwischenfall besonders pikant.

Das Zahlungsverkehrssystem der britischen Zentralbank musste wegen eines "technischen Fehlers" teilweise außer Betrieb genommen werden. Wie die Bank of England mitteilte, sei ihr Real-Time Gross Settlement System (RTGS) nach einer routinemäßigen Wartung nicht mehr einsatzfähig gewesen.

Das RTGS wird von den Banken des Landes für die Abwicklung ihrer Zahlungen genutzt. Über das System werden pro Tag durchschnittlich Transaktionen in Höhe von rund 277 Milliarden Pfund (350 Milliarden Euro) durchgeführt. Ebenso meldete die Zentralbank Probleme beim Zahlungssystem CHAPS (Clearing House Automated Payment System).

Für gewöhnlich öffnet das RTGS-Portal täglich um sechs Uhr, was jedoch heute nicht der Fall war. Laut der Zeitung "The Guardian" gehörten Immobilienunternehmer zu den ersten, denen der Systemausfall auffiel. Demnach seien durch den Ausfall auch Menschen betroffen gewesen, deren Umzug am heutigen Tag habe stattfinden sollen, die jedoch wegen der ausbleibenden Zahlungen noch nicht als neue Besitzer ihrer Immobilie gelten.

Zentralbank kritisierte zuvor andere

Die dringendsten Aufträge würden nun von Hand von Bankmitarbeitern in den Computer eingegeben werden. "Wir werden sicherstellen, dass alle heute aufgegeben Zahlungsaufträge auch abgewickelt werden", heißt es in einer Erklärung. Wann der Schaden behoben sein werde, gab die Bank nicht an.

Nach Angaben auf der Zentralbank-Website läuft RTGS auf "fehlertoleranten" Computern, die zudem an einem zweiten Standort gedoubelt sind. Der Zahlungsverkehr könne über beide Standorte parallel abgewickelt werden. Die Panne ist besonders pikant, weil sich die Bank of England in jüngster Zeit besorgt über die Stabilität der Infrastruktur der britischen Banken geäußert hat.

Quelle: n-tv.de

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