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Auch das ist ein Peugeot - wenn auch eine Studie.
Auch das ist ein Peugeot - wenn auch eine Studie.(Foto: picture alliance / dpa)

Starker Partner aus Indien?: Tata gibt Peugeot einen Korb

Die verzweifelte Lage der französischen Autoindustrie schafft Raum für Spekulation: Sucht Peugeot in Indien einen neuen Partner? Der indische Tata-Konzern, der einst von Ford die Luxusmarken Jaguar und Land Rover gekauft hat, will davon nichts wissen.

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Die ungewisse Zukunft des französischen Autobauers Peugeot sorgt für Spekulationen in der Branche: Nachdem die Gespräche mit der Opel-Mutter GM über eine gemeinsame Sanierung der Europageschäfte auf Eis gelegt worden sind, geraten mögliche Alternativen in den Blickpunkt. Das "Manager Magazin" berichtete unter Berufung auf Unternehmenskreise, Peugeot erwäge eine Allianz mit dem indischen Tata-Konzern. Die Unternehmen sprächen über Art und Ausmaß einer möglichen Zusammenarbeit. Peugeot-Chef Philippe Varin suche nach einer anderen Option für den Fall, dass die Kooperation mit dem US-Autobauer und dessen Tochter Opel scheitere.

Tata wies den Bericht als "absolut falsch" zurück. Peugeot wollte sich nicht äußern. Dem Magazin zufolge erhofft sich Peugeot von einer Zusammenarbeit mit Tata den Aufbau einer gemeinsamen Billigmarke ähnlich der Renault -Tochter Dacia. Auch Volkswagen erwägt den Aufbau einer Billigmarke. Außerdem könne Tata den Franzosen im Notfall mit Kapital helfen. Tata benötige seinerseits vor allem bessere Motoren und technisch hochwertige kleinere und mittlere Automodelle. Peugeot und die zum PSA-Konzern gehörende Schwestermarke Citroen könnten dabei helfen, berichtete das Magazin. Die Peugeot-Aktie reagierte mit Kursgewinnen auf den Bericht.

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Tata hatte 2008 für Aufsehen gesorgt, als er Ford für 2,3 Mrd. Dollar die beiden Luxusmarken Jaguar und Land Rover abkaufte. Bekannt geworden sind die Inder auch durch den Nano, das angeblich billigste Auto der Welt. Der Wagen, der in Indien für umgerechnet 2000 Euro zu haben ist, verkauft sich allerdings schleppend und hat anfangs vor allem dadurch von sich reden gemacht, dass einige Exemplare Feuer fingen. Später heuerte Tata den früheren Opel-Chef Carl-Peter Forster an. Der zog sich jedoch schon bald aus persönlichen Gründen wieder zurück.

Sichere Jobs gegen Milliardenhilfen

Reuters hatte am Dienstag aus Finanzkreisen erfahren, dass GM und Peugeot ihre Gespräche über die Sanierung ihres Europageschäfts vorerst gestoppt haben. Als Gründe wurden neben einer verschlechterten Finanzlage auch die jüngst gewährten Garantien des französischen Staates für die Finanzierungssparte von Peugeot genannt.

Der französische Staat hatte sich im Gegenzug zu den Finanzhilfen Mitspracherechte im Aufsichtsrat gesichert und Peugeot aufgefordert, Pläne für die Streichung von rund 10.000 Arbeitsplätzen sowie die Schließung eines Werkes nahe Paris zu überdenken.

Gewerkschaften in Deutschland und Frankreich hatten befürchtet, dass die beiden Autobauer im Falle einer engeren Allianz noch tiefere Einschnitte vornehmen könnten als bisher schon geplant. Opel baut in diesem Jahr europaweit 2600 Stellen ab, den größten Teil davon in Deutschland, und verhandelt mit der Gewerkschaft über ein Sparpaket. Als gefährdet gilt das Werk in Bochum. GM ist seit Februar mit sieben Prozent an Peugeot beteiligt. Bislang sind beide Partner aber nicht über Vereinbarungen für vier Fahrzeugprojekte und den gemeinsamen Einkauf hinausgekommen.

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Quelle: n-tv.de

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