Wirtschaft

Gespräche mit Investoren: Teldafax unterbricht Lieferungen

Nach dem Gang in die Insolvenz stellt der Energieversorger Teldafax die Versorgung seiner Kunden mit Strom oder Gas vorläufig ein. Verbraucherschützern zufolge bietet ein Lieferstopp Kunden die Möglichkeit, sich einen anderen Versorger zu suchen.

(Foto: dpa)

Der insolvente Energieversorger Teldafax beliefert seine Kunden ab Samstag vorerst nicht mehr mit Strom oder Gas. "Nach eingehender Prüfung der finanziellen Lage und aller Optionen" habe die Geschäftsführung diese Entscheidung getroffen, teilte das Troisdorfer Unternehmen mit.

Eine Lieferunterbrechung sei notwendig, "weil die finanzielle Lage des Unternehmens zu den gegenwärtigen Vertragsbedingungen keine Belieferung aller Kunden erlaubt", erklärte der vorläufige Insolvenzverwalter Biner Bähr. Aktuell liefen Gespräche mit strategischen Investoren, um den Geschäftsbetrieb wieder auf eine solide Grundlage zu stellen.

Von Samstag an werden die Verbraucher laut Teldafax von ihren regionalen Grundversorgern mit Energie beliefert. Eine lückenlose Energieversorgung sei damit sichergestellt. Verbraucherschützern zufolge bietet ein Lieferstopp Kunden die Möglichkeit, sich einen anderen Versorger zu suchen. "Wenn Versorger keine Energie mehr liefern, haben Kunden ein außerordentliches Kündigungsrecht", sagte Friedrike Wagner von der Verbraucherzentrale Sachsen.

Aus den Stromnetzen geflogen

In den vergangenen Monaten war Teldafax mehrmals aufgefallen, weil Netzbetreiber den Billigenergie-Anbieter aus ihrem Stromnetz geworfen hatten. Das Unternehmen soll seine Rechnungen nicht mehr gezahlt haben. Teldafax hatte dazu zunächst angegeben, in unprofitablen Gebieten absichtlich keine Vorauszahlungen mehr geleistet zu habe, um sich aus diesen Regionen zurückzuziehen.

Anfang des Monats hatte das Unternehmen außerdem vorzeitig seinen Sponsorenvertrag mit dem Fußball-Bundesligisten Bayer Leverkusen aufgelöst. Teldafax hatte auch dies mit dem "laufenden Umstrukturierungsprogramm" begründet. Eineinhalb Wochen später folgte der Insolvenzantrag.

Quelle: n-tv.de

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