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Sehnsuchtsort in Kentucky: Hier sollen große Teile der Goldreserven der Vereinigten Staaten liegen.
Sehnsuchtsort in Kentucky: Hier sollen große Teile der Goldreserven der Vereinigten Staaten liegen.(Foto: ASSOCIATED PRESS)

Zweifel an den Goldreserven der USA: Texaner will Fort Knox öffnen

Das Misstrauen gegenüber der eigenen Währung nimmt in den USA zuweilen skurrile Züge an. Ein hochrangiger US-Politiker drängt sich mit einem aufsehenerregenden Verdacht in den Vordergrund: Er will Beweise dafür haben, dass sich hinter den Tresortüren der US-Notenbank nicht mehr verbirgt als abgestandene Luft.

Der US-Abgeordnete Ron Paul zweifelt an den Goldreserven in Fort Knox. Paul will deshalb im September ein Gesetz ins Parlament einbringen, das eine Prüfung der US-Goldreserven ermöglichen soll. Dies gab das Büro des Politikers bekannt. Paul gilt als heftiger Kritiker der US-Zentralbank Federal Reserve (Fed). Erst kürzlich hatte der Politiker den Verdacht geäußert, dass sowohl die Tresore von Fort Knox als auch die Tresore der Federal Reserve in New York nicht mehr so gut gefüllt seien wie früher.

Die New Yorker Fed gilt als gewichtigstes Glied im System der regionalen US-Notenbanken. Die geldpolitische Verantwortung ist im Gegensatz zum europäischen Ansatz dezentral organisiert. Zinspolitische Entscheidungen fällt im Dollar-Raum der sogenannnte Offenmarktausschuss, in dem die Chefs der regionalen US-Notenbanken mit Sitz und Stimme vertreten sind.

Die Kongresswahlen stehen vor der Tür: Ron Paul weiß, was US-Wähler in Wallungen bringt.
Die Kongresswahlen stehen vor der Tür: Ron Paul weiß, was US-Wähler in Wallungen bringt.(Foto: REUTERS)

Zweifel am Umfang der US-Goldreserven zählen seit jeher zu den beliebteren Themen unter Verschwörungstheoretikern. Dabei hat sich die Bedeutung der Goldreserven für die US-Währung spätestens 1973 stark verringert. In jenem Jahr hatten sich die Vereinigten Staaten endgültig vom Goldstandard gelöst. Die US-Währung bewegt sich seither in einem internationalen System freier Wechselkurse. Der Nutzen des eingelagerten Goldes beschränkt sich seitdem auf seine Rolle als Bestandteil der Währungsreserve.

Das alles ändert jedoch wohl wenig an dem enormen Popularitätsschub, auf den der US-Politiker mit seinen Zweifeln offensichtlich setzt. Dem auf Gold spezialisierten Informationsanbieter "Kitco News", sagte Paul, es bestünde sogar die Möglichkeit, dass die Tresore vollkommen leer seien. "Wenn es außer Frage stünde, das dort Gold lagere", argumentierte der US-Politiker, "dann müsste man doch annehmen, dass sie (die US-Notenbank) sich bemühen würden, das auch zu beweisen".

Paul bezeichnete eine offizielle Überprüfung der Goldreserven in Fort Knox als Voraussetzung für die von ihm angestrebte Rückkehr zu den Prinzipien des Goldstandards. Im Rahmen seiner Bemühungen gegen eine aus seiner Sicht zu starke Fed wirbt er für den Gebrauch von Gold und Silber als Zahlungsmittel neben Bargeld. Bei den bevorstehenden Kongresswahlen tritt Paul in seinem Wahlkreis im südlichen Texas an.

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Quelle: n-tv.de

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