Wirtschaft
U-Boot-Werft von ThyssenKrupp Marine Systems in Kiel.
U-Boot-Werft von ThyssenKrupp Marine Systems in Kiel.(Foto: picture alliance / dpa)

Schweden exportiert keine U-Boote: ThyssenKrupp will Werften verkaufen

ThyssenKrupp verhandelt mit dem Rüstungskonzern Saab AB über die Veräußerung seiner Werften in Schweden. Der Dax-Konzern ist im Clinch mit der Stockholmer Regierung, weil seit 2005 kein U-Boot mehr aus Schweden exportiert wurde.

Ein Streit zwischen ThyssenKrupp und der schwedischen Regierung über U-Boote "Made in Sweden" könnte eine unerwartete Wende nehmen. Der deutsche Stahlkocher verhandelt mit dem schwedischen Rüstungskonzern Saab AB über einen Verkauf seiner Werften in dem skandinavischem Land.

Konkret geht es dabei um das frühere Unternehmen Kockums mit Aktivitäten in Malmö, Karlskrona und Muskö, die Thyssen in dem Geschäftsbereich Marine Systems führt. Die Verhandlungen über die Werften sind noch in einer frühen Phase.

ThyssenKrupp hatte den schwedischen U-Boot-Bauer Kockums 2005 beim Kauf des deutschen Rivalen Howaldtswerke-Deutsche Werft miterworben. Howaldtswerke-Deutsche Werft hatte Kockums wiederum 1999 übernommen. Das schwedische Unternehmen baute wie ThyssenKrupp nicht-nukleare U-Boote, die wochenlang unter Wasser bleiben können.

Saab steht vor gewaltiger Aufgabe

Seit ThyssenKrupp im Jahr 2005 die schwedische Werft übernahm, wurde aus Schweden kein einziges neues U-Boot mehr exportiert, obwohl das Land bis dahin nach Russland und Deutschland der weltweit drittgrößte Exporteur konventioneller Unterseeboote war. Die schwedische Regierung war darüber so erbost, dass sie im Streit um Preise und Standorte dem Dax-Unternehmen die Verträge für die nächste Generation schwedischer U-Boote entzog. Die Regierung signalisierte, die Aufträge stattdessen möglicherweise an das heimische Rüstungsunternehmen Saab AB zu vergeben. Saab baut derzeit keine bemannten U-Boote, will aber in das Geschäft einsteigen.

Der Bau von U-Booten ist hochkomplex. Ein Einstieg wäre eine gewaltige Aufgabe für Saab. Der Zukauf der Werften von Thyssen würde es den Schweden leichter machen. Der Konzern fertigt bereits hochentwickelte Waffensysteme, darunter einen der wenigen Kampfjets neuer Generation, den Gripen, und er verfügt über eine ganze Reihe fortschrittlicher Technologien.

Quelle: n-tv.de

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