Wirtschaft
Szene aus dem verdeckt aufgenommenen Video - ein Mitarbeiter schlägt mit der Mistgabel zu.
Szene aus dem verdeckt aufgenommenen Video - ein Mitarbeiter schlägt mit der Mistgabel zu.(Foto: Animal Equality)
Freitag, 19. Dezember 2014

Ente mit Mistgabel aufgespießt: Tierquälerei bei Wiesenhof-Lieferant gefilmt

Ein versteckt gefilmtes Video zeigt den brutalen Umgang mit Enten in einem Mastbetrieb. Tierschützer haben die Aufnahmen in einem Brandenburger Stall gemacht - ein Zulieferbetrieb des Wiesenhof-Konzerns. Es ist nicht der erste Skandal für Wiesenhof.

Die Tierrechtsorganisation Animal Equality hat auf ihrer Webseite ein verstörendes Video veröffentlicht, das mutmaßliche Tierquälerei in einem Entenmastbetrieb zeigen soll. Darin soll zu sehen sein, wie Mitarbeiter des Betriebes einzelne Tiere mit einer Mistgabel erschlagen. Die Aufnahmen sollen mit versteckter Kamera entstanden sein - laut dem Kommentar auf dem Video handelt sich um kranke oder schwache Tiere, die aufgrund ihrer schnellen Gewichtszunahme nicht mehr laufen können. Außerdem soll zu sehen sein, wie Tiere noch lebend mit einer Mistgabel aufgespießt und im Müll entsorgt werden.

Laut Informationen des "Spiegel" soll es sich bei dem Maststall, in dem die Aufnahmen entstanden sind, um einen Brandenburger Zulieferbetrieb des Geflügelkonzerns PHW handeln. Dieser wiederum soll seine Produkte vor allem unter der Marke Wiesenhof vertreiben.

Der Wiesenhof-Konzern erklärte nun auf seiner Webseite, das Videomaterial ebenfalls erhalten zu haben - man schätze die gezeigten Szenen als schwere Tierschutzverstöße ein, die für das Unternehmen "völlig inakzeptabel" seien.

Wie der Konzern weiter mitteilte, sei als Konsequenz der Vertrag der Wiesenhof-Tochtergesellschaft "Fläminger Entenspezialitäten" mit dem Mastbetrieb "Neuhardenberger Entenmast" in der Gemeinde Letschin - der von einem selbstständigen Landwirt geführt werde - gekündigt worden. Zudem habe der Konzern Strafanzeige wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz gestellt.

Nicht der erste Skandal bei Wiesenhof-Zulieferer

Auch der Betrieb selbst äußerte sich laut "Spiegel" zu den Aufnahmen und verurteilte die "offenbar durch unsere Mitarbeiter an den Tieren vorgenommenen Misshandlungen", wie der Geschäftsführer zitiert wird. Die Mitarbeiter würden laufend geschult und auf die Einhaltung aller Tierschutzvorschriften verpflichtet, heißt es in dem Bericht weiter. Künftig wolle man Schulungen und Kontrollen intensivieren.

Bei Zulieferern des Wiesenhof-Konzerns waren bereits in der Vergangenheit mehrere Fälle von Tierquälerei von Tierschützern öffentlich gemacht worden. So etwa im vergangenen Jahr bei einem bayerischen Lieferanten oder im Jahr 2012 bei einem holländischen Puten-Zuchtbetrieb. Letzterer Fall wurde von der Tierrechtsorganisation Peta öffentlich gemacht.

Laut Animal Equality werden jedes Jahr etwa 25 Millionen Enten für den menschlichen Verzehr geschlachtet. Nach Angaben des Deutschen Tierschutzbundes leben Mastenten hierzulande in intensiver Stallhaltung - sie haben keinen Auslauf ins Freie und leben permanent unter Kunstlicht.

Quelle: n-tv.de

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