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Mittwoch, 29. März 2017

Gericht bremst Hotelportal aus: Türkische Richter blocken Booking.com

Im Rechtsstreit zwischen einem Buchungsportal aus den Niederlanden und dem Verband türkischer Reisebüros ergreift die Justiz in Istanbul drastische Maßnahmen: Die Richter untersagen dem Tourismusriesen aus dem Ausland die Arbeit in der Türkei.

Ein Istanbuler Gericht hat die Einstellung aller Aktivitäten des Hotelbuchungsportals Booking.com in der Türkei angeordnet. Das Gericht habe die Entscheidung mit "unfairem Wettbewerb" begründet, teilte die Vereinigung türkischer Reisebüros (Türsab) in einer Erklärung mit.

Damit sei das Buchungsportal nicht mehr berechtigt, Hotels und Unterkünfte in der Türkei über seine Webseite zu vermitteln, erklärte der türkische Reisebüroverband. Das Gericht habe Booking außerdem aufgrund einer früheren Türsab-Beschwerde zu einer Geldstrafe von rund 2,5 Millionen Türkischer Lira (etwa 636.000 Euro) für seine "dem fairen Wettbewerb widersprechenden" Aktivitäten in der Türkei verurteilt.

Die Sorgen vor möglichen Nebenwirkungen für den türkischen Tourismus sind offenbar groß: Türsab-Generalsekretär Cetin Gürcün wies im Gespräch mit der türkischen Tageszeitung "Hürriyet" ausdrücklich darauf hin, dass es mit allen bereits getätigten Buchungen über Booking in der Türkei "keine Probleme" gebe. Die gerichtliche angeordnete Maßnahme betrifft demnach nur alle künftigen Vermittlungstätigkeiten des Portals in der Türkei.

Touristisches Eigentor?

Der türkische Reisebüroverband hatte 2015 Klage gegen das 1996 in den Niederlanden gegründete Portal Booking eingereicht, das nach eigenen Angaben das "weltweit führende Hotelreservierungsportal im Internet" ist. Booking mit Sitz in Amsterdam ist ein Ableger des US-Unternehmens Priceline.

Das Tourismusschwergewicht betreibt neben Booking unter anderem auch das Reiseportal Kayak und den Mietwagenvermittler Rentalcars. Der börsennotierte Konzern ist im prestigeträchtigen Auswahlindex Nasdaq 100 gelistet. Eine offizielle Stellungnahme von Booking.com steht noch aus. Im deutschsprachigen Angebot des Portals sind Unterkünfte aller Kategorien in türkischen Metropolen und Tourismushochburgen vorerst offenbar noch verfügbar.

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Quelle: n-tv.de

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