Wirtschaft
Der US-Automarkt boomt, aber nicht alle Marken profitieren. Da muss man schon genauer hinschauen.
Der US-Automarkt boomt, aber nicht alle Marken profitieren. Da muss man schon genauer hinschauen.(Foto: REUTERS)

Nur VW mit Absatzminus: US-Automarkt boomt wie lange nicht

In Europa ist Volkswagen trotz der anhaltenden Absatzkrise Branchenprimus, in den USA bleiben die Wolfsburger eine kleine Nummer. Das wird sich auch so bald nicht ändern, wie die jüngsten Absatzzahlen zeigen. Die Konkurrenz bringt deutlich mehr Neufahrzeuge an den Mann.

An alte Glanzzeiten kann der US-Automarkt anknüpfen: Der August war für die Branche mit einem Plus von 17 Prozent der stärkste Monat seit Beginn der jüngsten Rezession vor fast sechs Jahren. Darauf deuten die veröffentlichten Absatzzahlen großer Hersteller hin. Mit Ausnahme der Marke Volkswagen profitierten auch deutsche Hersteller von dem Verkaufsaufschwung. Er bestärkt Hoffnungen auf eine Belebung der US-Konjunktur. "Die Autoindustrie bleibt ein Lichtblick in der wirtschaftlichen Erholung", sagte Toyota-Manager Bill Fay.

Die Autobauer profitieren davon, dass viele Amerikaner ihre in die Jahre gekommenen Wagen gegen neue austauschen. Im Schnitt fahren sie ihre Pkw schon elf Jahre. Die Verbraucher hätten zuletzt günstige Finanzierungsangebote der Unternehmen genutzt, erläuterte Fords US-Vertriebschef Ken Czubay. Insgesamt dürfte der Branchenabsatz im vergangenen Monat nach Schätzungen mehrerer Konzerne so hoch ausgefallen sein wie letztmals im November 2007.

Tochter sticht Mutter klar aus

Als Verlierer im August erwies sich VW. Die Kernmarke von Europas größtem Autohersteller musste einen Absatzrückgang von 1,6 Prozent hinnehmen. Die Töchter Audi und Porsche erzielten dagegen deutliche Zuwächse: Audi legte 21,5 Prozent zu, Porsche 10 Prozent. Mercedes-Benz USA gab eine Steigerung von knapp 16 Prozent bekannt. BMW schaffte gar eine Steigerung von 35 Prozent.

Platzhirsch bleibt die Opel-Mutter General Motors (GM), der die Kunden 14,7 Prozent mehr Autos abnahmen. Der Ford-Konzern kam auf ein Plus von 12,2 Prozent, war mit seinen Verkäufen aber wie bereits im Juli nur die Nummer drei auf dem Heimatmarkt. An zweiter Stelle rangiert weiter das japanische Unternehmen Toyota, das einen Anstieg von 22,8 Prozent erzielte. Chrysler kam auf 12 Prozent, Nissan auf 22 Prozent.

Volkswagen kämpft nicht nur auf dem US-Markt gegen einen Abwärtstrend: Zuvor hatten bereits die Neuzulassungszahlen aus Deutschland und mehreren südeuropäischen Ländern gezeigt, dass beim europäischen Branchenprimus nicht alles Gold ist, was glänzt.

Quelle: n-tv.de

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