Wirtschaft
Kommen nicht nach - Ford kann Kapazitäten der hohen Nachfrage kaum anpassen.
Kommen nicht nach - Ford kann Kapazitäten der hohen Nachfrage kaum anpassen.(Foto: REUTERS)

VW muss federn lassen: US-Automarkt brummt wie zu Vorkrisenzeiten

In Europa dümpelt der Absatz vor sich hin - in den USA strömen die Kunden in die Autohäuser. In der Folge vermelden die dortigen Hersteller für Juli deutliche Zuwächse. Und die könnten noch wesentlich höher sein - kämen sie mit der Produktion nach. Von der Kauflust profitieren auch deutsche Unternehmen.

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In den USA übersteigt die Nachfrage nach Neuwagen inzwischen das Angebot. General Motors, Ford und Chrysler verbuchten im Juli dank der Erholung der US-Wirtschaft zwar zweistellige Zuwächse, konnten angesichts von Nachschubproblemen die hohen Erwartungen der Analysten aber nicht erfüllen. "Wir arbeiten wirklich hart, um unsere Produktionskapazitäten so stark wie nötig auszubauen", sagte Ford-Vertriebschef Ken Czubay. Im Juli habe der fehlende Nachschub an Kassenschlagern wie dem Ford Fusion und dem Ford Focus das Wachstum gedämpft. Dennoch steigerte Ford wie auch der Konkurrent Chrysler den Absatz im vergangen Monat um elf Prozent.

Gesamtzahlen für den US-Markt liegen bislang noch nicht vor. Der Marktforscher Kelley Blue Book war von 16 Prozent Wachstum für Juli ausgegangen. Hochgerechnet auf das Jahr dürften damit 15,8 Millionen Autos verkauft werden. 2007 war zuletzt die Marke von 16 Millionen Fahrzeugen geknackt worden.

Volkswagen verliert an Boden

Ford übergab 193.715 Wagen an die Kundschaft, Chrysler 140.102 Fahrzeuge. Beide Autobauer sprachen vom besten Juli seit 2006. Das reichte allerdings nicht, um den Abstand zum größten US-Autobauer GM zu verringern. Die Opel-Mutter übergab 234.071 Wagen an die Kunden - 16 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Analysten zeigten sich auch hier enttäuscht: Sie hatten erwartet, dass GM gut 9.000 Autos und Pick-Ups mehr verkaufen würde. Beliebt waren bei den Amerikanern einmal mehr große Pick-Ups, die für die Autobauer besonders renditeträchtig sind. Diesen Markt dominieren die "Big Three" GM, Ford und Chrysler.

Nicht mithalten konnte Volkswagen mit einem Rückgang um 3,3 Prozent auf 35.779 Autos. VW selbst begründet dies mit anstehenden Modellwechseln. Der wichtige Passat, den VW speziell auf den US-Markt angepasst hat, verkaufte sich weiter gut, im Juli rollten 11,6 Prozent mehr Exemplare aus den Autohäusern.

Besser lief es für die Sportwagen-Tochter Porsche, die nach eigenen Angaben den besten Juli aller Zeiten mit einem Sprung um mehr als ein  Drittel auf 3.820 Autos verzeichnete. Wohlhabende Amerikaner rissen sich vor allem um den SUV Cayenne.

Premiumhersteller legen kräftig zu

Auch die Autos des weltgrößten Premiumhersteller BMW waren im Juli stärker gefragt als noch vor einem Jahr. Die Bayern verkauften 29.993 Autos der Marken BMW und Mini - ein Plus von 10,5 Prozent. Die Volkswagen-Premiumtochter Audi konnte 13.064 Autos absetzen, was einer Steigerung von 11,6 Prozent entspricht. Es war damit der 31. Monat mit einem Verkaufsrekord in Folge. Ein noch höheres Wachstum verbuchte Mercedes-Benz mit einem Plus von 18,5 Prozent auf 26.423 Fahrzeuge.

Die japanischen Autobauer Nissan, Toyota und Honda konnten allesamt punkten. Nissan steigerte die Verkäufe um 10,9 Prozent auf 109.041 Autos. Toyotas Neuzulassungen kletterten um mehr als 16 Prozent. Honda legte um gut ein Fünftel auf 141.439 Autos zu.

Quelle: n-tv.de

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