Wirtschaft
Barack Obama wird's freuen: US-Defizit fällt geringer aus als befürchtet.
Barack Obama wird's freuen: US-Defizit fällt geringer aus als befürchtet.(Foto: picture-alliance/ dpa)

Loch wird zu Löchelchen: US-Defizit überraschend gering

Es ist zwar alles relativ, aber die US-Wirtschaft und vor allem die Regierung um US-Präsident Barack Obama dürfte es freuen: Das US-Defizit fällt für das abgelaufene Etatjahr niedriger aus als befürchtet. Der Grund: Die Einnahmen legen deutlicher zu als die Ausgaben.

Das freut Präsident Barack Obama: Das US-Defizit im abgelaufenen Haushaltsjahr ist erheblich geringer ausgefallen als noch zu Jahresanfang von der Regierung befürchtet. Im Etatjahr 2011, das am 30. September endete, betrug das Haushaltsloch rund 1,3 Billionen Dollar (942 Mrd. Euro), wie das US-Finanzministerium mitteilte. Das seien 8,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts der größten Volkswirtschaft der Welt.

Das US-BIP-Defizit von 8,7 Prozent liegt über dem von Griechenland in diesem Jahr angestrebten Defizit von 7,6 Prozent. Allerdings hat Griechenlands Regierungschef Papandreou bereits angekündigt, dieses Ziel nicht mehr erreichen zu können.

US-Präsident Obama war bei der Vorlage seines Budgets 2012 im Februar noch von einem Etatloch von 1,65 Billionen Dollar ausgegangen -  das sind 21 Prozent mehr als die tatsächliche Lücke.

Höhere Einnahmen, höhere Ausgaben

Damit fällt das Defizit im gerade abgelaufenen Etatjahr in etwa so groß aus wie im vorangegangenen Jahr. Die Einnahmen seien um 6,5 Prozent höher ausgefallen als 2010 - trotz verschiedener Steuergeschenke und anderer Maßnahmen zur Stützung der Konjunktur. Vor allem durch die Einkommensteuer sei erheblich mehr Geld in die Staatskasse gespült worden. Die Ausgaben hätten derweil um 4,2 Prozent zugelegt.

Das Finanzministerium macht den Kampf gegen die Folgen der schweren Finanz- und Wirtschaftskrise der Jahre 2008 und 2009 für das nach wie vor gigantische Loch verantwortlich.

Der Haushalt und der Wahlkampf

Der Haushalt sowie die Steuer- und Ausgabenpolitik werden als die wichtigsten Themen im Präsidentschaftswahlkampf im kommenden Jahr gehandelt. Vor zwei Monaten hatten sich Demokraten und Republikaner heftige politische Auseinadersetzungen über die Anhebung der Schuldenobergrenze geliefert, die zu einem Verlust des AAA-Ratings der USA geführt hatte.

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Quelle: n-tv.de

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