Wirtschaft
Gute Aussichten am US-Arbeitsmarkt.
Gute Aussichten am US-Arbeitsmarkt.(Foto: picture alliance / dpa)

"Anzeichen einer Belebung": US-Jobdaten überraschen

Genau auf solche Konjunkturdaten warten die Anleger weltweit: Die US-Wirtschaft schafft Stellen und zwar deutlich mehr als erwartet. Die Reaktion folgt an den Finanzmärkten auf dem Fuß.

In den US-Stellenmarkt ist im Februar deutlich Bewegung gekommen. Die US-Unternehmen haben mehr Stellen geschaffen als von Experten erwartet, wie das US-Arbeitsministerium berichtete. Die Zahl der Beschäftigten außerhalb der Landwirtschaft stieg im Februar um 175.000, während Volkswirte nur einen Stellenzuwachs um 152.000 erwartet hatten.

Zugleich wurden die Angaben für den Vormonat nach oben korrigiert: Das Ministerium meldete für Januar nun ein Stellenplus von 129.000, nachdem zunächst ein Anstieg um 113.000 gemeldet worden war.

Fed schwenkt um

Die bei einer separaten Erhebung ermittelte Arbeitslosenquote stieg im Februar überraschend auf 6,7 Prozent. Ökonomen hatten einen Rückgang auf 6,5 Prozent erwartet. Im Vormonat hatte die Quote 6,6 Prozent betragen.

Die Marke von 6,5 Prozent hatte die Federal Reserve ursprünglich als Schwelle ausgegeben, ab der die Zinsen angehoben werden sollten. Doch inzwischen haben die US-Währungshüter ihre vorausschauende Steuerung geändert. Nun soll der Leitzins auch dann noch nahe null bleiben, wenn die Arbeitslosenquote schon unter 6,5 Prozent gefallen ist.

Wegen der zusehends festeren US-Konjunktur hat die Zentralbank im Dezember 2013 eine Abkehr von ihrer extrem lockeren Geldpolitik eingeleitet. In der zweiten Jahreshälfte hatte das Wachstum an Fahrt aufgenommen, doch in jüngster Zeit wieder etwas nachgelassen. Viele Experten rechnen im ersten Quartal mit einer weiteren Verlangsamung.

Dollar zieht an, Dax auch

An den Märkten sorgten die Regierungsdaten zum Jobmarkt für einen deutlichen Schub im Dollar. Der Euro fiel von einer kurzzeitigen Spitze über 1,39 Dollar wieder deutlich zurück. In den USA sprangen darauf die Renditen der 10-jährigen US-Treasuries über die vielbeachtete Marke von 2,8 Prozent. Auch in Deutschland fielen die Bund-Futures, der Dax erholte sich dagegen deutlich von seinen Kursverlusten. Händler äußerten sich überrascht vor allem über die "starke Kombination" aus besseren Monatsdaten und einer Aufwärtsrevision des Vormonats.

"Das sind ganz starke Daten", sagte ein Händler: "Die Arbeitslosenquote stagniert, aber die Stundenlöhne steigen. Das zeigt, dass mehr Leute an den Arbeitsmarkt zurückkehren." Insgesamt seien dies Anzeichen einer deutlichen Belebung, vor allem vor dem Hintergrund der Belastungen durch den strengen Winter.

Jüngst hatten noch Daten aus der US-Privatwirtschaft für Verunsicherung gesorgt. Wie die private Arbeitsvermittlung ADP am Mittwoch mitgeteilt hatte, wurden im Februar mit 139.000 Stellen insgesamt weniger geschaffen als gedacht. Experten hatten hingegen mit 160.000 gerechnet. Im Januar waren laut revidierten Zahlen sogar nur 127.000 neue Jobs entstanden.

Die US-Notenbank kommt am 18. und 19. März zu ihrer nächsten Sitzung zusammen. Bei den letzten beiden Treffen wurden die monatlichen Käufe von Staats- und Hypothekenpapieren um jeweils 10 Milliarden Dollar gedrosselt. Dieser Kurs dürfte unter der Ägide der neuen Fed-Chefin Janet Yellen fortgesetzt werden.

Quelle: n-tv.de

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