Wirtschaft

Libor-AffäreUS-Justiz baut an Anklage

15.07.2012, 08:14 Uhr
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(Foto: Reuters)

In der Affäre um Zinsmanipulationen durch Großbanken sieht alles nach einem langwierigen Prozess aus - wenn er denn kommt. Zumindest arbeitet das Justizministerium der USA an einem entsprechenden Strafverfahren. Im Hintergrund wird an Vergleichen gesessen.

Das US-Justizministerium bereitet in der Affäre um Zinsmanipulationen einem Zeitungsbericht zufolge Strafverfahren gegen mehrere Banken und einige ihrer Angestellten vor. Im Verlauf des Jahres solle zumindest gegen eine Institution Klage eingereicht werden, berichtete die "New York Times". Unter den betroffenen Einzelpersonen seien auch Händler der britischen Großbank Barclays. Einige Finanzinstitute, darunter mindestens zwei europäische Geldhäuser, arbeiteten bereits an Vergleichen, berichtete die Zeitung.

Barclays hatte als erstes Geldhaus ein Fehlverhalten einiger Händler eingeräumt und wurde von Behörden in den USA und Großbritannien zu einer Strafe von einer halben Milliarde Dollar verdonnert. Die Einigung schützt die Händler aber nicht vor Strafverfolgung.

Einer ganzen Reihe von internationalen Großbanken - darunter auch JP Morgan und die Deutsche Bank - wird vorgeworfen, von 2005 bis 2009 den Libor mit falschen Angaben zu ihren Gunsten manipuliert zu haben. Der Londoner Interbankenzins wird einmal täglich ermittelt und zeigt an, zu welchen Konditionen sich die Institute untereinander Geld leihen. Er basiert auf individuellen Angaben der Banken und dient als Referenz für Kredite an Unternehmen, Privatpersonen und weitere Finanztransaktionen in einem Volumen von 360 Billionen Dollar.

Da die Untersuchungen in dem Fall ungewöhnlich komplex sind, könnten die Verfahren jedoch über Jahre laufen. Daher ist der Zeitung zufolge eher mit Vergleichen zu rechnen als mit Klagen.

Quelle: ntv.de, rts