Wirtschaft

"Beige Book" der Fed: US-Wirtschaft fehlt Schwung

Die weltgrößte Volkswirtschaft schwächelt nach wie vor. Die US-Notenbank verzeichnet in ihrem "Beige Book" ein geringes Wachstum in den meisten Regionen der Vereinigten Staaten. Auf dem Arbeitsmarkt gebe es keine Veränderung zum Besseren. Die für die USA wichtigen Konsumausgaben stiegen nur in wenigen Gebieten.

Der US-Aufschwung verläuft zu langsam.
Der US-Aufschwung verläuft zu langsam.(Foto: REUTERS)

Die Wirtschaftsaktivität in den USA ist nach Erkenntnissen der US-Notenbank Federal Reserve Ende Juli und Anfang August in den meisten Regionen nur schwach gewachsen und in einigen sogar gesunken. Wie die Fed im Rahmen ihres aktuellen "Beige Book" mitteilte, bezog sich diese Schwäche vor allem auf den verarbeitenden Sektor, den Immobilienmarkt und die Auswirkungen des Hurrikans Irene.

Fünf der zwölf regionalen Fed-Distrikte hätten eine moderate oder leichte Expansion der Geschäftstätigkeit gemeldet, die anderen sieben ein schwaches Wachstum, ein durchwachsenes Bild oder sogar eine schwächere Aktivität. Letzteres traf auf Richmond und Philadelphia zu. Moderates Wachstum zeigte sich dagegen in St. Louis, Minneapolis, Kansas City, Dallas und San Francisco.

Nach Aussage der Fed haben Gewährsleute in einigen Distrikten angedeutet, dass sie wegen der jüngsten Aktienmarktschwankungen und der erhöhte konjunkturellen Unsicherheit ihre Einschätzungen gesenkt hätten oder im Hinblick auf die kurzfristigen Geschäftserwartungen vorsichtiger geworden seien. Offenbar war vor allem das Verarbeitende Gewerbe von Schwäche betroffen.

Zugleich seien die Konsumausgaben nur in einigen Gebieten gestiegen. Der Arbeitsmarkt habe sich faktisch unverändert gezeigt und der Preisdruck sei gesunken. Von der Lohnseite sei der Druck nur minimal gewesen.

Uneinigkeit im FOMC

Die Ergebnisse des Beige Book fließen in die geldpolitischen Beratungen des Offenmarktausschusses (FOMC) am 20. und 21. September 2011 ein. Manche Beobachter erwarten, dass das Gremium Maßnahmen für eine zusätzliche Lockerung der Finanzierungsbedingungen beschließen wird, zum Beispiel eine Verlängerung der Restlaufzeit des Wertpapierportfolios der Fed.

Der im FOMC stimmberechtigte Gouverneur der Chicago Fed, Charles Evans, hatte wegen der anhaltend hohen Arbeitslosigkeit "starke Maßnahmen" der Fed gefordert. Andere FOMC-Mitglied stehen einer weiteren Lockerung dagegen skeptisch gegenüber. Fed-Chairman Ben Bernanke wird am Donnerstagabend eine Rede zu den Konjunkturaussichten halten.

Quelle: n-tv.de

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