Wirtschaft
(Foto: REUTERS)

Starkes zweites Quartal: US-Wirtschaft meldet sich zurück

Nach dem Dämpfer zu Jahresbeginn findet die US-Wirtschaft im zweiten Quartal zu neuer Kraft. Das Wachstum übertrifft die Erwartungen deutlich. Das gibt zugleich Hoffnung für eine starke zweite Jahreshälfte.

Die US-Wirtschaft ist nach dem Konjunktureinbruch zu Jahresbeginn wieder in der Spur. Die Wirtschaftsleistung legte von April bis Juni aufs Jahr hochgerechnet um vier Prozent zu, wie das Handelsministerium am Mittwoch mitteilte. Es ist das kräftigste Plus seit dem dritten Quartal 2013. Experten hatten lediglich mit drei Prozent gerechnet. Zudem schrumpfte das Bruttoinlandsprodukt im ersten Quartal nicht so stark wie zunächst gemeldet.

Getragen wurde die starke Entwicklung durch den umfangreichen Aufbau von Lagerbeständen und einem beschleunigten Anstieg der Verbraucherausgaben. Der Konsum, der mehr als zwei Drittel zum Bruttoinlandsprodukt beisteuert, legte um 2,5 Prozent zu. Das habe die Belastungen durch die Zunahme der Importe mehr als ausgleichen können, so das US-Handelsministerium, das die Daten veröffentlicht.

Dax zuckt - Euro fällt

Am Markt kamen die Daten gut an. Die US-Futures zogen deutlich an und signalisierten einen höheren Handelsstart am Aktienmarkt. Der Dollar gewann an Wert. Der Euro gab bis auf auf 1,3370 Dollar nach. Zuvor hatte er noch bei 1,3406 Dollar gelegen. Auch der Goldpreis kam zurück. "Die Zahlen können nach dem schwachen Auftaktquartal überzeugen", hieß es in einem Kommentar der Helaba. Der deutlich über den Erwartungen liegende Anstieg des BIP-Wachstums sowie der robuste Konsum seien Zeichen dafür, dass der Aufschwung intakt sei. "Die heutigen Zahlen untermauern das Szenario einer robusten Expansion der US-Wirtschaft." 

Wegen des ungewöhnlich strengen Winters war die Wirtschaft zu Jahresbeginn um revidiert 2,1 Prozent geschrumpft - zuletzt war ein Minus von 12,9 Prozent ausgewiesen. Damit steuern die USA in diesem Jahr insgesamt auf eine Wachstumsrate jenseits der Zwei-Prozent-Marke zu. "Der Aufschwung ist intakt", sagte Helaba-Ökonom Johannes Jander.

Zudem hatte die US-Notenbank Federal Reserve zu Jahresbeginn damit begonnen, ihre milliardenschweren Geldspritzen niedriger zu dosieren. Die anziehende Konjunktur dürfte sie in ihrer Absicht bestärken, das Volumen am Abend (20.00 Uhr MESZ) um weitere zehn Milliarden auf dann 25 Milliarden Dollar zu drosseln. Das Ende der Nullzinspolitik wird aber erst für Mitte 2015 erwartet. Fed-Chefin Janet Yellen hatte jüngst jedoch signalisiert, dass die Notenbank auch früher reagieren könne, sollte sich die Lage schneller bessern als gedacht.

Arbeitsmarkt zeigt sich robust

Die jüngsten Daten signalisieren einen anhaltenden Aufschwung am Arbeitsmarkt, auch wenn er sich etwas abschwächt: Die US-Firmen haben im Juli 218.000 Stellen geschaffen, wie der private Arbeitsvermittler ADP zu seiner monatlichen Umfrage mitteilte. Damit war der Anstieg etwas schwächer als von Ökonomen erwartet, die im Schnitt ein Plus von 230.000 auf dem Zettel hatten.

Der Arbeitsmarktbericht der Regierung steht am Freitag an. Ökonomen sagen hier für Juli zusätzliche Stellen in Höhe von 233.000 voraus. Hierbei fließen anders als beim ADP auch die Beschäftigungszahlen aus dem staatlichen Sektor ein. Einer Faustregel zufolge müssen Monat für Monat rund eine Viertel Million Stellen geschaffen werden, damit der US-Arbeitsmarkt richtig in Schwung kommt. In den vergangenen fünf Monaten lag die Zahl zumindest stets über der Marke von 200.000.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen