Wirtschaft
Viele neue Jobs - kaum mehr Geld: Das Wirtschaftswachstum erreicht nicht alle.
Viele neue Jobs - kaum mehr Geld: Das Wirtschaftswachstum erreicht nicht alle.(Foto: Reuters)

Robuster Arbeitsmarkt: US-Wirtschaft wächst weiter moderat

Die weltgrößte Volkswirtschaft steht weiter unter Dampf. Doch vereinzelt macht sich der niedrige Ölpreis bereits als Wachstumsbremse bemerkbar. Zudem spiegelt sich der Aufschwung nicht in den Löhnen wider.

Die US-Wirtschaft hat auch zum Jahresende 2014 ihren Aufschwung fortgesetzt. Sowohl Beschäftigung als auch Konsumausgaben haben sich im Zeitraum bis Ende Dezember erhöht, wie die Notenbank mitteilte. In den meisten Regionen des Landes habe demnach die Wirtschaft "mäßig" oder "moderat" zugelegt, hieß es in dem aktuellen Konjunkturbericht "Beige Book" der Fed.

Die Beschäftigung habe "moderat expandiert" in "einer Reihe verschiedener Sektoren". Laut dem Bericht gibt es allerdings kaum Anzeichen für eine breit angelegte Zunahme bei Löhnen oder Preisen. Die Preise seien in den meisten Regionen nur "leicht" gestiegen.

In Regionen mit einem hohen Anteil von Energieunternehmen seien allerdings erste Anzeichen für eine Verlangsamung zu beobachten gewesen, ausgelöst durch den deutlichen Ölpreisrückgang.  So habe sich die Wirtschaftsaktivität im Öl-Distrikt Dallas verlangsamt. Für viele Amerikaner hingegen habe der gesunkene Benzinpreis mehr Konsum ermöglicht. Im Distrikt Chicago etwa habe das Weihnachtsgeschäft einen Schub erhalten und in Atlanta seien die Verkäufe größerer Autos gestiegen.

Stagnierender Lohn - viele Teilzeit-Jobs

Video

Der Bericht basiert auf Umfragen in allen zwölf Fed-Distrikten. Die Ergebnisse dienen der Vorbereitung auf die nächste Zinsentscheidung am 27. und 28. Januar. Vor geldpolitischen Entscheidungen führen die regionalen Dependancen breit angelegte Umfragen unter den Wirtschaftsakteuren des Landes durch, um ein Bild von der Konjunkturentwicklung zu erhalten.

Nach Jahren der Krise ist die US-Wirtschaft mittlerweile wieder gut in Schuss. Zugleich kommt Vollbeschäftigung in Reichweite. 2014 sind so viele Arbeitsplätze entstanden wie seit 15 Jahren nicht mehr: rund drei Millionen Jobs. Im Dezember fiel die Arbeitslosenquote auf 5,6 Prozent und damit auf dem tiefsten Stand seit Juni 2008.

Auch zum Jahresende lief der US-Arbeitsmarkt sehr gut. Daher dürfte es genug Schubkraft geben, um die Wirtschaft unter Dampf zu halten. Aber an vielen Amerikanern geht der Aufschwung noch vorbei, weil die Löhne stagnieren und es eine relativ hohe Zahl von Teilzeitbeschäftigten und Langzeitarbeitslosen gibt.

Fed zögert

Deswegen zögert die US-Notenbank noch mit der ersten Zinserhöhung nach der globalen Finanzkrise. Seit 2008 liegt der Leitzins nahe null Prozent, um die Wirtschaft in Schwung zu bringen. US-Notenbankpräsidentin Janet Yellen hatte im Dezember erklärt, eine erste Anhebung im Rahmen der Sitzungen im Januar oder März sei unwahrscheinlich. Im Oktober hat die Fed ihr Programm massiver Staatsanleihekäufe auslaufen lassen.

Die Fed hält den Leitzins seit Ende 2008 auf dem Rekordtief von null bis 0,25 Prozent. An den Märkten wird bislang frühestens Mitte 2015 mit einer Erhöhung gerechnet. Die Fed strebt eine Inflationsrate von zwei Prozent an, doch verfehlte sie das Ziel zuletzt mit einer Jahresteuerungsrate von 1,3 Prozent deutlich. Bevor die Zinsen angehoben werden, will die Fed Gewissheit haben, dass die Inflation sich wieder nach oben bewegt. Insbesondere der fallende Ölpreis hatte den Preisauftrieb zuletzt gedämpft.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen